St. Pölten

Erstellt am 18. April 2017, 13:55

Pannenfahrer befreit Mädchen aus versperrtem Auto . Ein Albtraum für Eltern: Das Auto verriegelt, die kleine Tochter und die Handtasche samt Schlüssel verbleiben aber im Fahrzeuginneren.

Große Erleichterung. Nach nur 10 Minuten hatte ÖAMTC-Pannenfahrer Peter Buchinger die kleine Sophie befreit.
 
 |  ÖAMTC

Um neun Uhr früh geht ein Anruf direkt am ÖAMTC-Stützpunk St. Pölten ein, am anderen Ende der Leitung befindet sich die Betriebsfeuerwehr des LKH St. Pölten. Die aufgelöste Frau H. aus Böheimkirchen stehe am Parkplatz des Landesklinikums vor ihrem verschlossenen Auto – im Inneren Tochter Sophie und der Autoschlüssel. Pannenfahrer Peter Buchinger wird sofort zum Krankenhaus dirigiert. „Innerhalb von zehn Minuten war das Auto aufgeschlossen und die dankbare Mutter mit ihrer Tochter wiedervereint“, berichtet der Gelbe Engel.

Was war geschehen?

Frau H. war zu einem Termin ins Krankenhaus St. Pölten bestellt. Wie gewohnt  parkte sie ihr Auto auf dem Parkplatz. Doch plötzlich verschließt sich das Fahrzeug, ihre drei Monate alte Tochter Sophie ist im Fahrzeuginneren eingesperrt. Ebenso die Handtasche mitsamt Autoschlüssel. Die aufgelöste Mutter eilte ins LKH und bat bei der Betriebsfeuerwehr um Hilfe. Sofort wurde der ÖAMTC gerufen. Der Pannenfahrer war binnen kürzester Zeit vor Ort und nur zehn Minuten nach Absetzen des Notrufs war das Mädchen befreit. „Die Mutter war natürlich sehr dankbar. Am wenigsten beeindruckt blieb allerdings die kleine Sophie - sie schlief die ganze Zeit über tief und fest“, lacht Buchinger.

Für den Pannenfahrer war das allerdings nicht der einzige Einsatz dieser Art. Bereits am Vortag wurde er zum Hauptbahnhof gerufen – diesmal war ein junger Bursche im Fahrzeug gefangen. Die Mutter konnte ihren zweijährigen Sohn einige Zeit mit dem Smartphone durch die Fensterscheibe ablenken, als Buchinger eintraf  war er allerdings bereits in Tränen aufgelöst. Mit seinem Spezialwerkzeug waren es aber auch hier nur wenige Handgriffe, mit denen er die Fahrzeugtür öffnete – und damit Mutter und Sohn erleichterte.

Insgesamt fünf Prozent aller Panneneinsätze betreffen Aufsperrdienste – das sind über 30.000 ausgesperrte Autofahrer jährlich. „Das ist für unsere Pannenfahrer grundsätzlich ein Routineeinsatz. Allerdings sind in den seltensten Fällen Kinder im Fahrzeug eingeschlossen“, erklärt ÖAMTC-Experte Gerhard Samek.  Häufig ist das auf Unachtsamkeit oder eine Fehlbedienung zurückzuführen. Allerdings: „Viele Fahrzeuge sperren automatisch wieder zu, wenn man aufsperrt und binnen 30 Sekunden keine Türe öffnet“, erklärt Samek. „Generell bringen Autofahrer oftmals die Diebstahlvorkehrungen ihrer Fahrzeuge in Verlegenheit.“ Sein Rat daher: intensive Beschäftigung mit allen Funktionen des neuen Autos. Auch mit so „banalen“ Dingen wie einer Zentralverriegelung.