St. Pölten

Erstellt am 19. Mai 2017, 15:46

von Mario Kern

Partner für die Sicherheit gefunden. Für neue Polizei-Initiative meldeten sich einige engagierte Vertrauenspersonen.

Erstes Treffen am Ratzersdorfer See: die künftigen Sicherheitspartner, die Sicherheitsbeauftragten der Polizei, Sicherheitskoordinator Peter Strobl, Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler, Sicherheitsstadtrat Ewald Buschenreiter und der städtische Sicherheitsbeauftragte Peter Puchner.  |  NOEN, Mario Kern

Einen Monat nach dem Startschuss für das Projekt „Gemeinsam.Sicher“ sind die ersten Interessierten aus der Bevölkerung mit den Verantwortlichen der Polizei zusammengekommen: Knapp 30 Personen aus den Bereichen Handel, Gastronomie, Bildung, Dienstleistung und Marketing informierten sich über die Aufgaben als sogenannte Sicherheitspartner – darunter etwa Marketing-St. Pölten-Geschäftsführer Matthias Weiländer, HTL-Direktor Johann Wiedlack, HAK-Direktor Günter Schraik, Steppenwolf-Chefin Barbara Obernigg sowie die Unternehmer Franz König und Daniela Kittel.

Sie wollen für die Bevölkerung Ansprechpartner sein, die Sorgen, Beobachtungen und Ideen an die Exekutive weitergeben, und gleichzeitig Sprachrohr der Polizei, etwa für Präventionstipps und Ähnliches.

„Schön, dass so viele St. Pöltner an Bord kommen und Interesse zeigen.“

Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler und Polizei- Sicherheitskoordinator Peter Strobl zeigten sich begeistert: „Schön, dass so viele St. Pöltner an Bord kommen und Interesse zeigen.“ Die Idee hinter dem Projekt ist einfach erklärt: Das Sicherheitsgefühl der Landeshauptstädter soll gestärkt werden. „Dieses subjektive Gefühl und die objektive Sicherheit gehen stark auseinander“, erläuterte Bäuchler. Während die strafbaren Handlungen langfristig weniger würden, gebe es immer mehr Ängste.

Gerade das Beispiel Bahnhof verdeutliche das Problem. „Viele Frauen trauen sich dort abends nicht mehr hin“, betont Bäuchler. Und das obwohl die Polizeipräsenz erhöht und der Vorplatz freundlicher gestaltet worden sei. Stadt und ÖBB hätten etwa Bänke entfernt und die Aschenbecher so positioniert, dass sich direkt vor dem Eingang keine Gruppen mehr bilden. „Es gibt dort bis auf ein paar Ausnahmen keine strafbaren Handlungen. Das passt mit dem subjektiven Empfinden nicht ganz zusammen.“

Die Landeshauptstadt wird in den nächsten Jahren stark wachsen. Da ist es gut, wenn man Ansprechpartner bei der Polizei hat.“ Matthias Weiländer

Die Folge daraus sind nun die Sicherheitspartner, die Beobachtungen aus der Bevölkerung bündeln und den jeweiligen Sicherheitsbeauftragten der Polizei weitergeben sollen. „Wenn wir dann gezielt darauf reagieren, können wir dazu beitragen, dass sich die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner sicherer in der Stadt bewegen und aufhalten“, führt Peter Strobl aus.

Matthias Weiländer begrüßt die Aktion der Exekutive: „Die Landeshauptstadt wird in den nächsten Jahren stark wachsen. Da ist es gut, wenn man Ansprechpartner bei der Polizei hat und Anrufe besorgter Bürger kanalisieren kann.“ Gerade für die zahlreichen Wirtschaftstreibenden in St. Pölten sei es gut, wenn sie über Schnittstellen verfügten. „Wenn ich nicht genau weiß, wen ich anrufe, lasse ich es nämlich bleiben.“

„Wir alle müssen diese Aktion tragen“

Als neuer Sicherheitsstadtrat ist auch Ewald Buschenreiter von der Aktion „Gemeinsam. Sicher“ und den Bemühungen des St. Pöltner Stadtpolizeikommandos überzeugt: „Wir alle müssen diese Aktion nach außen tragen. Die Bürger müssen wissen, wo sie sich melden können, wenn sie sich unsicher fühlen oder aber wichtige Inputs haben.“

Dem ersten Treffen soll im September ein vertiefendes folgen. Geplant sind auch regelmäßige Newsletter per E-Mail, um die engagierten Ehrenamtlichen mit Informationen zu Polizeieinsätzen und sicherheitsrelevanten Bereichen zu versorgen. Spezielle Themengebiete sollen bei Bedarf in eigenen Sicherheitsforen mit Experten diskutiert werden.

Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler will das Interesse an der Initiative der Exekutive hochhalten: „Wenn wir nicht dahinter sind, ist dieses ehrgeizige Projekt in einem Jahr tot.“