Erstellt am 12. Juli 2016, 07:25

von Alex Erber

Polizist tot: „Geht mir persönlich sehr nahe“. Räuber erschoss jungen Exekutivbeamten aus Kärnten. Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler und Kollegen sind erschüttert.

Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler trauert mit den St. Pöltner Kollegen um den jungen Polizisten, der in Wien von einem Räuber erschossen wurde  |  zVg

Tiefe Betroffenheit herrscht in weiten Teilen der Bevölkerung und speziell bei den Kollegen nach dem Tod eines Kärntner Polizisten. Der erst 23-jährige Ordnungshüter wurde in Wien von einem Supermarkt-Räuber erschossen und ist am Samstag unter großer Anteilnahme beerdigt worden.

„Mir geht das Ganze sehr nahe“

„Mir geht das Ganze sehr nahe“, gibt St. Pöltens Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler unumwunden zu. Jeder Beruf berge gewisse Risiken, das sei gerade in diesem Fall auf traurige Weise vor Augen geführt worden: „Der Beamte war 23 Jahre jung, hatte sein ganzes Leben noch vor sich. Wir haben auch in St. Pölten junge Kollegen und ich bin selbst in einem Alter, in dem die Kinder in dieser Alterskategorie sind. Da denkt man lange darüber nach. So eine Tragödie lässt sich nicht einfach abschütteln.“

Bäuchler macht darauf aufmerksam, dass gerade Streifenpolizisten den größten Gefahren ausgesetzt seien: „Nachrückende Spezialkräfte wissen um die Lage Bescheid, haben die Möglichkeit, sich zumindest eine Zeit lang auf den Einsatz vorzubereiten. Der Polizist jedoch, der zuerst einschreitet, ist bei einem Täter, der zu allem bereit ist und sofort die Waffe zückt, immer im Nachteil.“

Es müsse auch nicht immer unbedingt ein Überfall sein: „Stellen Sie sich eine normale Verkehrskontrolle vor. Plötzlich steht der Exekutivbeamte einem Schwerkriminellen gegenüber. Das sind Situationen, mit denen man nicht immer unbedingt rechnen kann.“