Erstellt am 08. April 2017, 08:24

von Beate Steiner

Regeln für Radfahrer. Immer mehr Radler sind in Verkehrsunfälle verwickelt. Einer der Gründe: Viele halten sich nicht an geltende Verkehrsvorschriften.

Unfälle mit Fahrrädern nehmen im Straßenverkehr zu.  |  NOEN, Röhrer

Radfahrer leben gefährlich. Erst vergangene Woche starb ein 72-jähriger Radler nach der Kollision mit einem Pkw. In der noch jungen Radsaison 2017 verzeichnete die Polizei bereits sechs Verkehrsunfälle mit Radfahrern in der Stadt.

Im Jahr 2015 ereigneten sich in St. Pölten 38 Verkehrsunfälle, an denen Radler beteiligt waren, im Jahr 2016 waren es mit 54 noch mehr.

„Viele Radler sehen Fahren ohne Licht in der Nacht als Kavaliersdelikt"

Nicht immer haben die Autofahrer Schuld, wenn Radfahrer zu Schaden kommen. „Viele Radler sehen Fahren ohne Licht in der Nacht als Kavaliersdelikt, vielen fehlt das Wissen um die wichtigsten Regeln im Straßenverkehr“, weiß Polizei-Verkehrsreferent Robert Morawetz. Er kennt als häufigste Gesetzesübertretungen Fahren auf dem Gehsteig in Längsrichtung, Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung, zu hohes Tempo bei ungeregelten Radfahrerüberfahrten oder Fahrtrichtungsänderung ohne Anzeige.

Im Übrigen gelten die gängigen Vorrangregeln und Beschilderungen für Radfahrer wie für Autofahrer, mit Ausnahmen etwa in Wohnstraßen und Begegnungszonen. Andererseits ignorieren Autofahrer immer wieder, dass sie Fahrradstraßen nicht benützen dürfen.

Aufgrund der Unfallzahlen führt die Polizei bereits seit 2015 verstärkt Schwerpunkte durch, bei denen das Verhalten der Radfahrer und die Beschaffenheit der Fahrräder ins Visier genommen werden.