Erstellt am 04. April 2017, 05:36

von Daniel Lohninger

See-Parken nur altmodisch. Umstrittene Gebühr kann vorerst nur an Automaten, nicht aber per Handy bezahlt werden.

Mit dem Rad direkt an den See. Auf diesen Effekt hofft die SP am Viehofner See. NÖN  |  NOEN, NÖN

Am 1. Mai beginnt an den St. Pöltner Seen eine neue Zeitrechnung: Ab dann sind sowohl am Ratzersdorfer als auch am Viehofner See die Parkplätze gebührenpflichtig. Mit 50 Cent pro Stunde oder höchstens vier Euro pro Tag schlägt sich das im Börsel der Gäste nieder – am bereits bisher kostenpflichtigen Parkplatz am Ratzersdorfer See waren es bisher 2,50 Euro.

Zahlen muss, wer auf den Parkplätzen am Viehofner und Ratzersdorfer See, aber auch beim Minigolfplatz steht. Zudem gilt die Gebührenpflicht in der Austraße zwischen dem Altstoffsammelzentrum und der Adolf-Schärf-Straße. Die Kontrolle übernehmen Mitarbeiter der G4S (ehemals Group 4).

Im Moment kein Handyparken möglich

Bezahlt werden muss an einem der vier solarbetriebenen Parkautomaten. Handyparken ist nicht möglich, wie VP-Gemeinderat Florian Krumböck kritisiert. „Die SP führt nicht nur ein schlechtes System ein, sie setzt es auch schlecht um“, ärgert sich Krumböck. Wer beispielsweise nach einer Laufrunde noch spontan Zeit am See genießen möchte, könne das nur, wenn er zum Auto zurückläuft.

„Handy-Parken geht leider an diesem Standort technisch derzeit noch nicht“, erklärt Bürgermeister Matthias Stadler (SP). Gegenwärtig sei es nur möglich, pro Stadt einen Tarif anzubieten. Da aber an den Seen ein anderer Kurzparkzonen-Tarif als in der Innenstadt gilt, fällt Handy-Parken als Option aus.

Sommerliche Auto-Chaos soll ein Ende finden

Mit der allein beschlossenen Einführung der Park-Gebühren will die SP das sommerliche Auto-Chaos an den Seen beseitigen. Dafür brauche es aber eine Parkordnung, die habe bisher der erste Parker in der Früh definiert, gibt VP-Stadtrat Markus Krempl-Spörk zu bedenken. „Man muss aber keine Parkgebühren einheben, um Bodenmarkierungen ziehen zu können und Falschparker dann zu strafen“, lässt er das Sicherheitsargument nicht gelten.

Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler pflichtet ihm zumindest in der Analyse bei: „Das Fehlen einer Parkordnung ist die Grundlage für das Sicherheitsproblem. Wichtig ist deshalb jetzt, dass sich an der Parkordnung etwas ändert.“ Und es wird sich was ändern, verspricht Stadler: Parkplatz-Markierungen werden ebenso kommen wie ein Halte- und Parkverbot an der parallel zur Adolf-Schärf-Straße verlaufenden Zufahrt zur Seedose, auf der Autofahrer regelmäßig den Gehweg verparken. Grün-Gemeinderat Markus Hippmann geht das zu wenig weit: Er fordert weitere Halte- und Parkverbote im Bereich der Seen.

Hitzige Debatte um Parkgebühren

Die SP streicht noch hervor, dass die Parkabgabe auch einen umweltpolitischen Effekt habe. Die meisten St. Pöltner könnten mit dem Rad, zu Fuß oder per Lup anreisen. Zwei Drittel der parkenden Autos hätten sowieso kein P-Kennzeichen, zeigten Erhebungen der Stadt. Die Argumente lässt VP-Vizebürgermeister Matthias Adl aber nicht gelten: „Wir sind Landeshauptstadt.“ Und FP-Stadtrat Martin Antauer ergänzt: „Auswärtige Gäste geben hier Geld in St. Pölten aus. Davon profitiert die ganze Stadt.“ Die SP entgegnet, dass die St. Pöltner aber die Kosten für die Erhaltung der See-Infrastruktur tragen würden.

Parken am Erlaufsee kostet sechs Euro

Zudem verweist die SP auf andere Seen, an denen es Usus ist, Gebühren zu verlangen. So koste das Parken am Erlaufsee pro Tag sechs Euro, pro Stunde einen Euro. „Es gibt mittlerweile viele Gemeinden, die so wie wir verantwortungsvoll mit ihren Seen umgehen“, sieht SP-Stadträtin Renate Gamsjäger den Zeitpunkt für ein Ende der Diskussion gekommen.

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