St. Pölten

Erstellt am 07. Juli 2017, 05:59

von Lisa Röhrer

Sonderschulen bleiben bestehen. Auflösung der Bildungseinrichtungen ist vom Tisch. Beitrag dazu leisteten 1.235 St. Pöltner, die sich für Erhalt einsetzten.

Die drei St. Pöltner Sonderschul-Standorte, darunter auch die ASO Mitte, bleiben unverändert. Der Mittelweg zwischen Sonderschule und Inklusion soll weitergegangen werden.  |  NOEN, Lisa Röhrer

Die 1.235 Personen aus dem Bezirk St. Pölten, die in den vergangenen Wochen eine Unterstützungserklärung gegen die Auflösung der Sonderschulen unterzeichnet haben, können aufatmen: „Die drei Standorte in der Landeshauptstadt werden wie auch alle anderen im Land auch in Zukunft erhalten bleiben“, bestätigt Fritz Lengauer vom Landesschulrat.

Die zuerst angedachte Auflösung der Sonderschulen und Integration in Volks- und Neue Mittelschulen ist in der Schulreform, die vergangene Woche beschlossen wurde, nicht enthalten. Weiterhin gibt es einen Mittelweg zwischen Sonderschule und Inklusion in das Regelschulsystem.

Landesweit 12.000  Unterschriften

Groß ist die Freude darüber bei Ulrike Hanka, Direktorin der Allgemeinen Sonderschule (ASO) Nord: „Das finde ich sehr positiv. Wir haben in unserer Schule acht Klassen mit Kindern mit erhöhtem Förderbedarf. Um die gut betreuen zu können, braucht es eigenes Personal, Ausstattung und Räumlichkeiten – das ist in Regelschulen nicht ausreichend vorhanden.“

Ähnlich sieht das Eva Schweitzer, Leiterin der ASO Mitte: „Mir ist hier die Wahlfreiheit besonders wichtig. Es muss Inklusion geben, aber auch eigene Sonderschulen. Wichtig ist, dass die Eltern entscheiden können, wo ihr Kind am besten aufgehoben ist.“

Die Unterschriften-Aktion wurde vom NÖAAB initiiert. Landesweit wurde sie 12.000 Mal unterzeichnet.

Schulreform

Nach langen Diskussionen wurde die Schulreform vom Nationalrat abgesegnet. Die Auflösung der Sonderschule ist darin nicht enhalten, stattdessen aber folgende Punkte:

Erweiterung des Schulautonomiepakets: Diese enthält die Möglichkeit des Zusammenschlusses von bis zu acht Schulen in sogenannten „Clustern“ unter gemeinsamer Leitung. Der Clusterleiter soll einen Großteil der Verwaltung übernehmen, an den einzelnen Schulen soll es statt Direktoren nur Bereichsleiter geben.

Schulverwaltung: Diese bleibt in den Grundzügen gleich, es gibt weiterhin getrennte Zuständigkeiten und Instanzenzüge zwischen Bund und Land. Die Verwaltung soll aber unter gemeinsamem Dach erfolgen. Die Landesschulräte werden zu Bildungsdirektionen.

Modellregionen zur gemeinsamen Schule: Dazu gibt es drei Vorgaben: Bundesweit dürfen nur 15 Prozent der Schulen der fünften bis achten Schulstufe die Gesamtschule erproben. Außerdem darf eine Modellregion nicht mehr als 5.000 AHS-Unterstufenschüler umfassen. Schließlich müssen an den einzelnen Standorten Lehrer und Eltern zustimmen.