St. Pölten

Erstellt am 20. Oktober 2016, 04:51

von Lisa Röhrer

Streitpunkt: Fußtritt für Kreative. Idee, den Zeichenunterricht um eine Stunde zu kürzen, stößt auf Widerspruch. Gegner der geplanten Neuerung machen mobil.

Durch eine Petition soll die Einsparung einer BE-Stunde in der dritten Klasse AHS verhindert werden.  |  Shutterstock/Syda Productions

Für Aufruhr sorgt momentan die mögliche Einsparung einer Unterrichtsstunde „Bildnerischer Erziehung“ (BE) in der dritten Klasse AHS. Zugunsten des Faches „Berufsberatung“ könnte der bisher zweistündige Gegenstand schon bald um die Hälfte reduziert werden. „Das wird seit Längerem diskutiert“, bestätigt Leopold Kogler, Fachinspektor des Landesschulrats für Bildnerische Erziehung, „wir wehren uns aber dagegen. Das ist ein Fußtritt gegen alle kreativen Schüler“.

Bei nur einer Stunde bleibe durch das Her- und Wegräumen zu wenig Zeit für effektives Arbeiten, außerdem sei es das einzige Fach in der AHS in dem handwerklich gearbeitet wird.

Ähnlich sieht das auch der St. Pöltner BE-Lehrer Marcus Hufnagl: „Dieser Schritt wäre eine grenzenlose Peinlichkeit für die Kulturnation Österreich! Es wird überall gespart, wo ein unmittelbarer wirtschaftlicher Nutzen nicht sofort erkennbar ist!“

Online-Petition wurde gestartet

Diese Meinung teilen offenbar auch andere: Mithilfe einer Online-Petition soll die geplante Änderung verhindert werden. „Gerade in der Unterstufe brauchen wir kreative Fächer für die Gehirn- und Persönlichkeitsentwicklung“, argumentieren die Gegner der möglichen Neuerung, „Schüler der AHS-Langform brauchen keine Berufsberatung in der dritten, sondern in der siebten oder achten Klasse“.

Die Petition läuft bis März. Sie wurde bereits von über 2.000 Personen unterzeichnet.