St. Pölten

Erstellt am 11. August 2016, 08:26

von Daniel Lohninger

Nicht-Leser Tobias (19) entdeckte Liebe zum Schreiben. Der 19-jährige Tobias Dirtl findet Bücher fad, brachte aber jetzt selbst eines auf den Markt. Sein Ziel: Lesefaule begeistern.

Tobias Dirtl findet Bücher fad - und schrieb nun selbst eines.  |  privat

Eines ist Tobias Dirtl sicher nicht – eine Leseratte. „Ich finde Bücher fad“, meint der 19-Jährige. Aber: Der Einzelhandelskaufmann-Lehrling schreibt gerne. Jetzt veröffentlichte er sein erstes Buch.

Im Mittelpunkt: ein jugendlicher Außenseiter

„Am Rande“ ist der Titel des Romans, in dessen Mittelpunkt ein jugendlicher Außenseiter steht. Der heißt Damian – übrigens keine Anspielung auf Hermann Hesses Erzählung „Demian“ – und durchlebt, was viele Jugendliche durchleben: Einsamkeit, den Wunsch dazuzugehören, den Traum, Großes zu leisten, die Suche nach Bestätigung.

„Die Geschichte ist fiktiv. Im Prinzip geht es um die Frage: Was ist man bereit zu tun, um akzeptiert zu werden?“, erklärt Dirtl. Das verwendete Vokabular stammt aus Filmen statt aus Büchern.

Das, glaubt Dirtl, könnte den auf Amazon erhältlichen Roman auch für andere junge Nicht-Leser interessant machen: „Mein Ziel war es, ein Buch zu schreiben, das Leute wie ich lesen würden.“ 

Dünn, handlungszentriert und flott zu lesen

Auch deshalb ist nach 80 Seiten Schluss. „Die größte Angst für mich ist ein Schmöker, bei dem man seitenlang liest und es passiert nichts“, erklärt Dirtl. Sein Roman sei hingegen dünn, handlungszentriert und flott zu lesen.

Auf die Idee, ein Buch zu schreiben, brachte ihn HAK-Lehrerin Anneliese Ursenbach. Dirtl hatte für eine Schulaufführung ein Theaterstück geschrieben, Ursenbach regte an, mehr daraus zu machen. Geworden ist es ein Roman – und sicher nicht Dirtls letzter. Denn: „Schreiben macht Spaß.“