Erstellt am 29. Juli 2013, 00:00

St. Pöltner bleiben Feinstaub-Sünder. Im Spitzenfeld / Hohe Belastung am Europaplatz und in der Eybnerstraße im ersten Halbjahr. Tendenz aber rückläufig.

Von Daniel Lohninger

ST. PÖLTEN / Platz drei in Niederösterreich, Platz acht in Österreich. Das ist der Europaplatz in St. Pölten, wenn es um Feinstaub-Belastung geht. Nicht viel besser ist die Situation in der Eybnerstraße. Das zeigt die Halbjahres-Statistik des Umweltbundesamtes. Demnach wurde am Europaplatz von Jänner bis Juni an 27 Tagen der Grenzwert überschritten, in der Eybnerstraße an 24 Tagen.

Schuld an der hohen Feinstaubentwicklung seien nicht nur der Verkehr, sondern auch Hausbrand, Industrie und Gewerbe sowie „zu einem nicht unbeträchtlichen Teil“ Verfrachtungen aus anderen Gebieten, erklärt Thomas Zeh vom Technischen Umweltschutz im Magistrat. Deshalb komme es vor allem bei Inversionswetterlage im Winter zu Grenzwert-Überschreitungen. Zeh beteuert, dass die Stadt selbst viel tue, um die Feinstaub-Belastung zu senken. „Wir schöpfen alle Möglichkeiten, die im Wirkungsbereich der Stadt liegen, weitgehend aus“, so Zeh. Konkrete Maßnahmen seien neben gezieltem Streumitteleinsatz und dem Ausbau der Fernwärme auch der Erdgasbetrieb der Lup-Busse, die Förderung von Alternativenergie und der Radwege-Ausbau. Zudem soll im Zuge des Generalverkehrskonzeptes der Anteil an Radfahrern, Fußgängern und Öffis erhöht werden.

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung belegt, dass die Bemühungen von Stadt und Land zumindest langsam Wirkung zeigen. In den Jahren 2003, 2005 und 2006 seien die höchsten Feinstaub-Belastungen in St. Pölten gemessen worden, führt Sabine Enzinger vom Umweltbundesamt aus. Die Spitzenwerte aus diesen Jahren wurden seither nicht mehr erreicht – dennoch gibt es von Jahr zu Jahr deutliche Schwankungen.

„Ozon-Hoch“ am  vorigen Wochenende

Aber nicht nur die Feinstaub-Belastung ist ein Thema, auch die Ozon-Belastung – vor allem angesichts der Hitzewelle in den vergangenen Tagen. Nur knapp an der Informationsschwelle vorbei schrammte St. Pölten am 27. und 28. Juli. Beim Umweltbundesamt zählt man die Landeshauptstadt bei Ozon aber dennoch „nur“ zu den Messstellen mit durchschnittlicher Ozonbildung. Der Grenzwert wird im Normalfall maximal vier Mal pro Jahr überschritten – heuer noch gar nicht. „Bei den kurzzeitigen Spitzenbelastungen ist eine abnehmende Tendenz erkennbar“, so Enzinger.