Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:42

von Daniel Lohninger

St. Pöltner sind keine fleißigen Fußgänger. Nur 16 Prozent der Wege in der Stadt werden zu Fuß zurückgelegt. VCÖ fordert "ußgängerfreundliche Verkehrsplanung".

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Kein gutes Zeugnis stellt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) den St. Pöltnern aus: Nur 16 Prozent der Alltagswege werden hier zu Fuß zurückgelegt – im Landeshauptstadt-Vergleich landet St. Pölten damit auf dem vorletzten Platz. Nur in Klagenfurt geht man weniger zu Fuß.

Vorbedingungen sind in St. Pölten sehr gut

„Der Vergleich zeigt, dass es in St. Pölten verstärkte Maßnahmen für eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und Siedlungspolitik braucht“, analysiert VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Die Vorbedingungen seien gerade in der Traisen-Metropole an sich gut – die Hälfte aller Alltagswege sei hier kürzer als drei Kilometer. Dennoch würden die St. Pöltner vorzugsweise mit dem Auto fahren – selbst die Hälfte aller Wege, die kürzer als eineinhalb Kilometer sind, würden mit dem Pkw zurückgelegt.

Allerdings: Der VCÖ bewertet die Bemühungen der Stadt sehr positiv, das Generalverkehrskonzept gehe in die richtige Richtung. „Eine bessere Infrastruktur zum Gehen und eine Stadtplanung der kurzen Wege sind das Um und Auf“, führt Gratzer aus. Die Pläne, entlang der Verkehrsachsen Kremser Landstraße, Purkersdorfer Straße/Wiener Straße, Josefstraße und Andreas-Hofer-Straße das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren deutlich zu forcieren, seien deshalb ein echter Fortschritt.

St. Pölten seit den 70ern „autogerechte Stadt“

Im Magistrat betont man, dass St. Pölten in den 1970er-Jahren als „autogerechte Stadt“ entwickelt worden sei, es eine moderne Stadtplanung in dieser Zeit kaum gab. „Die Folgen davon sind noch heute in Form von zu geringen Bebauungsdichten und einer hohen Zahl von innerstädtischen Brachflächen zu sehen“, erklärt Gregor Gradnitzer von der Stadtplanung. Insofern sei der Vergleich mit Städten wie Innsbruck, Salzburg oder Graz „sehr hinterfragenswert“. Das Generalverkehrskonzept sehe aber die Rückgewinnung des Straßenraums für Fußgänger und Radfahrer sowie Maßnahmen zur inneren Verdichtung der Stadt vor – langfristig werde sich das „positiv auf den Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege auswirken“.

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