Erstellt am 18. Mai 2016, 08:07

von Daniel Lohninger

Stadlers Pläne für die nächsten fünf Jahre. Bis 2021 sollen multifunktionaler Domplatz, GÜPL als Naherholungsgebiet, S-Bahn und West-Umfahrung Realität sein.

Nur 25 Tage nachdem Matthias Stadler seine Stimme abgegeben hatte, wurde er im Gemeinderat als Bürgermeister bestätigt. Foto: Daniel Lohninger  |  NOEN, Daniel Lohninger

„Wir sind Vertreter verschiedener Parteien, aber letztendlich nur einem verpflichtet: den St. Pöltnerinnen und St. Pöltnern.“ Mit diesen Worten startete Matthias Stadler (SP) nach seiner Wahl zum Bürgermeister im Gemeinderat in die neue Funktionsperiode.

Inhaltlich legte Stadler einen ehrgeizigen Arbeitsplan für die nächsten fünf Jahre vor:

  • Innenstadt: Herzstück der Innenstadt-Entwicklung ist die Neugestaltung des Domplatzes. „Multifunktional“ sei auch als multifunktional zu verstehen. Das heißt: Pkw-Stellplätze wird es weiterhin geben, der Domplatz als großer Parkplatz wird aber nach 2018 eher Geschichte sein. Seine besondere Aufmerksamkeit will Stadler auch der Entwicklung der Linzer Straße sowie der unteren Wiener Straße widmen. Neue Impulse soll zudem die Umsetzung des Rathausbezirkes mit Leitprojekten wie dem „Haus der Zukunft“ im ehemaligen Wesely-Haus bringen.

  • Bildung: Hier sind die meisten Großprojekte bereits auf Schiene – beispielsweise der Ausbau der Fachhochschule, der Aufbau der ersten Privat-Universität für Psychotherapie sowie die Errichtung des ÖBB-Bildungscampus. Stadler kündigt zudem an, dass die Kleinstkinderbetreuung ausgebaut werde und weitere Millionen in die Sanierung von Schulen fließen werden.

  • Grünflächen: Das Stadtentwicklungskonzept steht, das Grünraumkonzept auch. Eines der größten Vorhaben bis 2021 ist, den gerichtsanhängigen Streit um den Ankauf des GÜPL Völtendorf abzuschließen und dieses Areal zum künftigen Naherholungsgebiet der St. Pöltner zu entwickeln.

  • Öffis: Neben dem bereits ausgeschriebenen „Lup neu“ mit optionalem Feiertagsverkehr und den Plänen für die St. Pöltner S-Bahn will Stadler auch die Bus-Anbindungen ins Umland deutlich verdichten – um dem steigenden Verkehrsaufkommen in der Stadt gegensteuern zu können.

  • Straßenbau: Größtes Vorhaben bis 2021 die Umsetzung der im Generalverkehrsplan festgelegten Lebensraumachsen. Voraussetzung dafür ist die Reduktion des Verkehrsaufkommens in der Stadt, die neben dem Öffi-Ausbau auch durch den Bau der S 34 erreicht werden soll.

  • Wohnen: Rund 5.000 Wohnungen haben die Wohnbauträger derzeit in Umsetzung oder Planung. St. Pölten will weiter wachsen, allerdings in verträglichem Ausmaß. Leistbares Wohnen und Wohnformen für alle Generationen sollen im Mittelpunkt stehen, ein aktives Grundstücksmanagement soll gewährleisten, dass die Wohn-Kosten in der Stadt nicht explodieren.

  • Sicherheit: Stadler will 20 Polizisten mehr nach St. Pölten holen. Zudem bringe die Verlegung der Rathausplatz-Polizeiinspektion zum Bahnhof ein deutliches Sicherheitsplus für die Bevölkerung. Das soll auch die neue Polizeischule, die Anfang 2017 am Europaplatz in Betrieb geht, so Stadler (siehe Seite 7). Geplant sind auch größere Investitionen in die Feuerwehren – beispielsweise in ein neues Feuerwehrhaus in Viehofen und eine neue Garage für das Tunnellöschfahrzeug in Pottenbrunn.

  • Arbeitsplätze: Im Februar hat die Stadt erstmals die Marke von 60.000 Arbeitsplätzen übersprungen. Damit hat St. Pölten mehr als doppelt so viele Jobs wie vor 30 Jahren. Dieses Wachstum soll prolongiert werden, beispielsweise durch die verstärkte Förderung von Startups und einfachere Behördenwege für expansionswillige Unternehmer sowie die Entwicklung der Betriebsgebiete NÖ Central und Ratzersdorf. Zudem hat sich Stadler zum Ziel gesetzt, einen neuen produzierenden Betrieb in der Stadt anzusiedeln.