Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Mario Kern

Stadt investiert in Häuser. Immobilien-Gesellschaft bringt bis 2018 fünf Bauten um insgesamt elf Millionen Euro auf Vordermann.

Für den „Schandfleck“ in der Linzer Straße soll wieder ein Frequenzbringer für das Erdgeschoß gefunden werden.  |  NOEN, Aichberger Architektur

Mit einer Sanierungsoffensive rüstet sich die Immobilien St. Pölten GesmbH für die größer werdende Konkurrenz am Wohnbaumarkt. Zehn Jahre nach der Ausgliederung der Gesellschaft aus dem Magistrat – sie übernahm 2005 die Aufgabengebiete der früheren Gebäudeverwaltung- und Reinigung sowie des Hochbauamts – werden nun elf Millionen Euro in fünf wichtige Wohnbau-Projekte investiert.

Ein Teil wurde bereits im Immo-Aufsichtsrat beschlossen, der Rest soll bald folgen. „Bei gutem Wind sind wir mit diesen fünf Projekten in zwei Jahren fertig“, stellen Bürgermeister Matthias Stadler und Immo-Geschäftsführer Martin Sadler in Aussicht.

Vielversprechendes Projekt für die Linzer Straße

Das prominenteste Projekt ist der in die Jahre gekommene Bau in der Linzer Straße 10 bis 12. Eine Machbarkeitsstudie hat die Möglichkeiten für das Haus herausgearbeitet: Während die Außenfassade in der Linzer Straße beibehalten und nur sandsteinfarben gestrichen wird, werden die Außenwände im Innenhof gedämmt. Straßenseitig wird der historische nördliche Seitenrist mit je einem französischen Fenster in jedem Stockwerk herausgearbeitet. Aufs Dachgeschoß kommen drei Gaupen Richtung Straße und zwei weitere Richtung Innenhof. Balkone sollen die Wohnqualität steigern. Die bestehenden Wohnungen werden saniert, Lifte werden eingebaut. Zur Promenade soll überdies ein öffentlicher Durchgang geschaffen werden.

410 Quadratmeter zusätzliche Wohnnutzfläche (um ein Drittel mehr) können laut Machbarkeitsstudie herausgeholt werden. Sanierung und Dachausbau sollen 3,2 Millionen Euro kosten – die Finanzierung soll mit Landes-Fördergeld erfolgen.

Derzeit ist die Stadt  –das Haus gehört zur Hälfte dem Bürgerspitalfonds St. Pölten –  in Gesprächen mit dem Miteigentümer, der Diözese St. Pölten. „Die Diözese ist erfreut, dass sich in Richtung Sanierung etwas tut“, sagt dazu Sprecher Markus Riccabona. Bei positivem Abschluss könnten die Arbeiten ein Jahr lang dauern. Die Sanierung des Hauses hatte übrigens der Rechnungshof schon 2014 empfohlen.

  • In der Kerensstraße 31 bis 33 – auch für dieses Objekt hat das Architekturbüro Aichberger eine Machbarkeitsstudie erstellt – wird ebenfalls saniert. Hier wird das zweistöckige Gebäude um zwei Etagen aufgestockt. „Eine gewöhnliche Sanierung hätte für die Mieter eine zu hohe Belastung bedeutet. Durch die 16 zusätzlichen Wohnungen werden die Kosten überschaubar“, informiert Martin Sadler. Die Wohnfläche verdoppelt sich, zudem sind für alle Wohnungen Loggien angedacht. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf 3,3 Millionen Euro.

  • Die Sanierung der Fassaden der drei Häuser in der Kranzbichlerstraße 63, 65 und 67 hatte der Gemeinderat bereits früher beschlossen. Schäden an der Bausubstanz machen nun aber eine umfassendere Sanierung notwendig: Für drei Millionen Euro werden zeitgemäße Wohnungen im denkmalgeschützten Altbestand geschaffen. „Das ist eine Herausforderung“, betont Sadler. Allein eine Million müsse wegen des Denkmalschutzes investiert werden. Zudem sind noch Gespräche mit Mietern zu führen, damit diese kurzfristig umziehen oder aber künftig in bereits renovierte Wohnungen wechseln.

  • In der Wagner-Jauregg-Gasse 7 bis 9 sowie 13 bis 15 werden zwei Häuser mit je 24 Wohnungen saniert. Die Arbeiten sollen im April beginnen und Ende Juni abgeschlossen sein. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro.

  • Sechs Wohnungen mit Gärten, Balkonen oder Loggien in einem derzeit leer stehenden Haus in der Bachgasse 13 werden für eine halbe Million Euro geschaffen. Das Projekt soll in einem Jahr fertig sein.