St. Pölten

Erstellt am 13. August 2016, 06:37

von Beate Steiner

120 Jahre als St. Pöltner Vermesser unserer Welt. Das Vermessungsbüro Schubert, einer der Leitbetriebe der Stadt, feiert das 120-jährige Bestehen. Bei neuen Technologien war das Unternehmen immer vorne dabei.

Hanns Schubert (rechts) mit Olympiasieger und Querdenker Toni Innauer und Martin Oberzaucher (links) beim Lebenszykluskongress: „Wissen schafft Qualität.“ Foto: privat  |  privat

Superlative sind für dieses innovative Unternehmen nichts Besonderes – seit 120 Jahren. 1896 gründete Rudolf Wondracek in St. Pölten Österreichs erstes Vermessungsbüro, begnügte sich nicht mit der Erstellung von Teilungsplänen, sondern begann ab den 1920er-Jahren für Städte und größere Gemeinden die Vorläufer der heutigen Bebauungspläne zu erstellen.

Max-Schubert-Warte in Gedenken errichtet

Nachfolger Maximilian Schubert übergibt 1936 den ersten Flächenwidmungsplan im 6-Farben-Druck an die Stadtgemeinde – für die damalige Zeit eine technische Sensation.

Und Maximilian Schubert weist noch kurz vor seinem Tod 1966 seinen Sohn auf eine kommende neue Erfindung hin: „Es muss irgendwo eine Maschine geben, mit der man Koordinaten direkt berechnen kann. Wenn so ein Werkel auf den Markt kommt, kaufen wir es sofort.“

Die Olivetti Programma  Foto: privat  |  privat

Hanns H. Schubert erwarb dann mit der Olivetti Programma einen der ersten Personal-Computer in der Stadt. Zum Gedenken an seinen Vater errichtete Hanns H. Schubert am Mittelpunkt Niederösterreichs in Kapelln die Max-Schubert-Warte.

Gebührende Feier in der NV Arena

In den folgenden Jahren war das Full-Service-Unternehmen seiner Zeit um mindestens einen Schritt voraus: 1982 nahm Hanns H. Schubert Google Earth vorweg, indem er Stadtpläne mit Luftbildern versah und darauf Infos platzierte. Wenige Jahre später digitalisierte der kreative Kopf das komplette österreichische Straßennetz – 30 Jahre später sind Navis unverzichtbar.

Die Firma expandierte weiter, bleibt auch im neuen Jahrtausend mit Vermessungen von Grundstücken und in der Land- und Forstwirtschaft, mit herausfordernden Vermessungen für die Infrastruktur wie die Güterzugumfahrung St. Pölten, die St. Georgs-Donaubrücke oder die NV-Arena innovativ und gefragt.

Dort wird übrigens das 120-Jahr-Jubiläum gebührend gefeiert, mit der neuen Führungsgeneration an Bord: Dominik Mesner und Martin Oberzaucher werden das 45-Personen-Unternehmens künftig leiten.

Hanns Schubert zieht sich mit Ende 2017 zurück, bleibt aber weiterhin Konsulent: „Mein Vater hat mir mitgegeben, dass man etwas schaffen soll, das vor dir noch keiner gemacht hat – dann wird dein Beruf zur Leidenschaft.“

120 Jahre Schubert:

  • 1896: Rudolf Wondracek gründet das erste Vermessungsbüro Österreichs in St. Pölten. Nach seiner Pensionierung folgt ihm Gustav Berger.
  • 1934:  Gustav Berger übergibt den Betrieb an Bauingenieur und Geometer Maximilian Schubert.
  • 1967: Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Hanns H. Schubert noch als Student das Vermessungsbüro.
  • 2016: Hanns Schubert übergibt an Dominik Mesner und Martin Oberzaucher.