Erstellt am 02. August 2016, 06:56

Festivals feiern ohne Angst. Sicherheitsmaßnahmen für Events wie das Frequency wurden verschärft, Traisenpark ist gerüstet.

Vor allem Großveranstaltungen stehen im Verdacht, potenzielle Ziele für terroristische Anschläge darzustellen. Für das Frequency-Festival und andere Events in der Landeshauptstadt werden die Sicherheitsmaßnahmen daher erhöht.  |  NOEN, NÖN

Der Terror kommt immer näher: Eine Anschlagsserie erschütterte unser Nachbarland Deutschland. Darauf folgte ein Zwischenfall am St. Pöltner Hauptbahnhof, bei dem ein Schwarzfahrer für einen potenziellen Selbstmord-Attentäter gehalten wurde (die NÖN berichtete). Spätestens jetzt hat die Sorge über einen möglichen Terror-Akt nun also auch
St. Pölten erreicht.

„Ein solches Attentat kann nirgendwo vollständig ausgeschlossen werden“, stellt Johann Baumschlager von der Landespolizeidirektion fest. Hinweis auf eine konkrete Gefährdungssituation gäbe es für die Landeshauptstadt derzeit zwar keinen, erhöhte Sicherheit ist trotzdem geboten.

Dass man Amokläufe grundsätzlich nicht verhindern kann und der Ort des Geschehens nicht berechenbar ist, davon ist auch Anita Bräunlich, Centerleiterin des Einkaufszentrums Traisenpark, überzeugt. Für sie stellt ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept ein gutes Fundament dar, um mit bedrohlichen Situationen umgehen zu können. „Die Sicherheitsthemen im Traisenpark werden anhand einer gut ausgebildeten Security wahrgenommen“, informiert Bräunlich. Da der Zeitpunkt eines solchen Vorfalls nicht vorhersehbar sei, sei dieses Thema immer von gleicher Wichtigkeit. Ihrer Meinung nach sollte das tragische Ereignis in München nicht für kurzfristige Maßnahmen sorgen, sondern zu jeder Zeit eine optimale Versorgung in Bezug auf die Sicherheit vorhanden sein.

„Die Aufmerksamkeit ist erhöht. Eine 100-prozentige Garantie, dass nichts passiert, gibt es aber nie!“

Rene Voak, VAZ-Geschäftsführer

Neben Einkaufszentren stehen vor allem Orte und Events mit großen Menschenansammlungen im Verdacht gefährlich zu sein. Auf Hochtouren laufen daher gerade die Sicherheitsvorkehrungen bei den Vorbereitungen zum Musikfestival „Frequency“, bei dem von 17. bis 20. August zehntausende Besucher in der Traisenmetropole erwartet werden. „Die jüngsten Ereignisse werden wir in unsere Überlegungen miteinbeziehen“, informiert St. Pöltens Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler. Mit erhöhter Präsenz der
Exekutive ist daher zu rechnen. „Wir werden vor allem auch verstärkt in Zivil unterwegs sein“, kündigt Baumschlager an.

Ähnlich sieht das Veranstalter, Harry Jenner, der erhöhte Aufmerksamkeit zusichert: „Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Behörden, um das Konzept der vergangenen Jahre noch auszufeilen.“ Wie genau mögliche neue Sicherheitsmaßnahmen aussehen könnten, ist noch nicht bekannt: „Die Verhandlungen laufen noch.“ Dass sich die Terror-Angst auf die Stimmung der Partymeute auswirkt, ist der Frequency-Chef aber weniger besorgt: „Die Frequency-People werden feiern!“

Maßnahmen auch bei VAZ und SKN verschärft

Obgleich das Musik-Festival das größte heimische Event ist, ist es längst nicht das einzige, das tausende Besucher in die Landeshauptstadt lockt. Mit dem „Oldtimer- und Teilemarkt“ sowie dem bevorstehenden Konzertreigen, stehen im VAZ weitere Groß-Veranstaltungen auf dem Programm.

Geschäftsführer Rene Voak: „Was in letzter Zeit alles passiert ist, macht uns natürlich betroffen. Das darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber das haben wir sowieso noch nie getan, die Auflagen waren immer schon sehr genau und sind detailliert ausgeführt worden. Eine 100-prozentige Garantie gibt es ja leider nie.“

„Sicherheit ist ein Thema, das immer wichtiger werden wird“

Auch beim SKN, dem St. Pöltner Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga, hat man das Aufgebot der privaten Sicherheitskräfte gegenüber der Vorsaison um 30 Prozent nach oben geschraubt. „Sicherheit ist ein Thema, das immer wichtiger werden wird“, erklärt General Manager Andreas Blumauer, „wir sind uns dessen bewusst, vor allem, weil auch viele Familien die NV-Arena besuchen.“ Dort ist das verstärkte Security-Aufgebot allerdings weniger der Terrorgefahr geschuldet als vielmehr der neuen Herausforderung in Österreichs höchster Spielklasse. „Zum einen erwarten wir mehr Zuschauer, zum anderen ist vermehrt mit radikaleren Fangruppen im Gästesektor zu rechnen.“