Erstellt am 09. August 2016, 06:21

von Daniel Lohninger

SVA hat Standort in St. Pölten gefunden. Sozialversicherung zieht 2017 mit Landeszentrale von Wien an den Neugebäudeplatz.

Das Haus Neugebäudeplatz 1 am Beginn der Eybnerstraße wird die neue Heimat der SVA. Bis zu 180 Mitarbeiter werden hier ab nächstem Jahr arbeiten.  |  NOEN, Daniel Lohninger

Die Standort-Entscheidung für die Landeszentrale der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) ist gefallen: Sie wird von Wien-Margareten an den Neugebäudeplatz 1 übersiedeln.

Das bestätigt SVA-Sprecherin Daniela Klinser auf NÖN-Anfrage. Bislang ist die SVA in St. Pölten nur mit der Servicestelle in der Daniel-Gran-Straße vertreten.

Sozialrechts-Änderungsgesetz als Grundlage

Bezogen soll der neue Standort im ersten Quartal 2017 werden. Unklar ist derzeit noch, wie viele der etwa 180 Mitarbeiter der Landesstelle in St. Pölten ihren Job antreten werden.

„Die Gespräche darüber sowie über andere Details der Umsetzung laufen“, so Klinser. Mit den Umbauarbeiten für die neue SVA-Landeszentrale wurde bereits begonnen.

Die Grundlage für die Übersiedelung von Wien nach St. Pölten wurde im Vorjahr mit dem Beschluss des Sozialrechts-Änderungsgesetzes im Parlament geschaffen (die NÖN berichtete exklusiv). Seither wurden Dutzende Liegenschaften in der NÖ-Landeshauptstadt begutachtet.

Bahnhof in der Nähe, Bus vor der Haustür

Als wesentliche Voraussetzung für den Standort hatte die SVA-Führung die leichte öffentliche Erreichbarkeit definiert. Diese ist am Neugebäudeplatz 1 gegeben – der Hauptbahnhof ist in wenigen Gehminuten erreichbar, eine Lup-Haltestelle ist direkt vor der Haustür.

Dazu kommt, dass die Liegenschaft mit dem Institut für Physikalische Medizin von Helmut Kern bereits einen Gesundheitsschwerpunkt hat.

Kern ist seit Ende des Vorjahres auch Mit-Eigentümer des Gebäudes, Haupt-Eigentümer ist ein Wiener Rechtsanwalt – die Raiffeisen-Versicherung verkaufte laut Grundbuch um mehr als sieben Millionen Euro an die Neugebäudeplatz 1 GmbH der beiden. Vielen St. Pöltnern ist das Gebäude auch noch als Hypo-NÖ-Standort in Erinnerung.

Belebung für den Neugebäudeplatz

Mit der Standort-Entscheidung der SVA könnte auch eine Problemzone der Stadt einen Aufschwung erleben. Darauf hofft auch Immobilien-Entwickler Michael Miksch, der gemeinsam mit Stefan Linder die seit Jahren leer stehenden Flächen unter den Wohntürmen am Neugebäudeplatz beleben will.

Die für Sommer angekündigte Entscheidung über die Zukunft des Areals sei noch nicht gefallen, erklärt Miksch auf NÖN-Anfrage. Allerdings würden sich derzeit zwei Varianten abzeichnen – beide mit Handelsflächen.

„Es gibt derzeit auch Interessenten, mit denen wir verhandeln“, berichtet Miksch. Der größte davon möchte 1.500 Quadratmeter mieten – und sei auf Nahversorgung mit Lebensmitteln spezialisiert.