Erstellt am 06. März 2016, 11:48

von Daniel Lohninger

„Vernachlässigter Süden“. Mehrere Schandflecke verunstalten das Stadtbild, auch ein lokales Zentrum fehlt, beklagen die Anrainer.

Schandfleck beim Hammerpark: eine von mehreren baufälligen Villen.  |  NOEN

Der Süden der Stadt werde von der Stadtverwaltung vernachlässigt. Diesen Eindruck hat ein St. Pöltner, der im Bereich der Josefstraße wohnt – und sich der Unterstützung mehrerer Anrainer sicher ist.

„Wir haben den Eindruck, dass man im Rathaus ein wenig auf uns vergessen hat“, so der NÖN-Leser. Ein Beispiel sei die fehlende Nahversorgung nach der Schließung der Zielpunkt-Filiale. Ein anderes der 120-Meter-Radweg von der Munggenaststraße bis zum Spratzerner Kirchenweg ohne Anschluss an das Radwegenetz. Weiters die desolate Jahn straße und die baufälligen Salzer-Arbeiterhäuser in der Hacklgasse – die ebenso im Besitz der Stadt sind wie das sanierungsbedürftige ehemalige Forum-Kino.

Säumig mit "Demolierungs-Bescheiden"

Säumig sei die Stadt auch mit „Demolierungs-Bescheiden“ für verfallende Villen am Hammerpark sowie an der Ecke Heidenheimer Straße/Maria-Theresia-Straße. Zudem fehle im Süden ein lokales Zentrum. Das ließe sich aber etwa rund um das ehemalige Forum-Kino leicht errichten. Als Beweis für die Vernachlässigung des Südens sieht der NÖN-Leser auch alte Peitschenleuchten an Holzmasten in einigen Straßen.

Die Anregungen nehme man ernst, betont man im Magistrat. Punkto Zielpunkt-Filiale verweist man auf Ecopoint, die ansiedelungswillige Betriebe unterstütze. Der Radweg ende aufgrund des geringen Querschnitts zwangsläufig am Spratzerner Kirchenweg, die Radfahrer müssten sich hier in den Fließverkehr einordnen – Radfahren sei aber erlaubt.

Stadt arbeite bereits an Lösung

Was das fehlende Zentrum angeht, betont Stadtplaner Jens de Buck, dass die Stadt bereits an einer Lösung arbeite – und das rund um das Areal des ehemaligen Kinos. Dessen Sanierung sei bisher an den hohen Kosten gescheitert. Die Jahnstraße werde schon saniert – aus Kostengründen aber nur abschnittsweise. Die desolaten Gemeindehäuser in der Hacklgasse würden „strategisch abgesiedelt“. Wenn alle Wohnungen leer stehen, werde ein Konzept für die Verwendung erarbeitet.

Die Sanierung zugesagt hätten die Eigentümer der desolaten Villen. Sie seien aber leider säumig. „Baurechtlich könnte ein Abbruchauftrag erfolgen, der aber auf das Stadtbild einen negativen Einfluss hätte“, erklärt Baubehörden-Leiter Martin Gutkas. Und die Peitschenleuchten seien zwar alt, würden aber noch einwandfrei funktionieren. Im Sinne der Steuerzahler sei deshalb die Erneuerung anderer Anlagen vorgezogen worden.