Erstellt am 26. November 2014, 08:02

von Mario Kern

Auf der Spur des Helden-Feldwebels. Manfred Wieninger schrieb Buch über Anton Schmid, der im Zweiten Weltkrieg hunderte Juden gerettet hatte.

Manfred Wieninger hat die Geschichte Schmids behandelt und veröffentlicht im Februar seinen siebenten Miert-Krimi »Der Mann mit dem goldenen Revolver.«  |  NOEN, privat/ Andreas Schagerl

Dem, von litauischen Juden als Heiligen verehrten, Feldwebel Anton Schmid widmet Manfred Wieninger in seinem jüngsten Buch „Die Banalität des Guten“ ein eigenes, einfühlsames Porträt. Eine Aufarbeitung der Geschichte des Militärs, der im Wilnaer Ghetto zahlreichen Juden das Leben retten half und dafür im April 1942 von den Nazis hingerichtet wurde.

„Ich bin in einer Zeitung über ein Drei-Zeilen-Porträt gestolpert“, verrät der St. Pöltner Autor Wieninger im NÖN-Gespräch die Anfänge für seinen Dokumentar-Roman. „Und diese Zeilen haben mein Aufsehen erregt.“

Wieninger wollte anfangs einen Artikel über den Feldwebel verfassen, beschäftigte sich aber immer intensiver mit der Geschichte des heldenhaften Soldaten und trug immer mehr Material zusammen. „Ich war im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes und wurde sogar von Simon Wiesenthal empfangen.“ Letzterer war 1967 mit Schmids Witwe nach Vilnius gefahren, um des Feldwebels Grab zu suchen. Das gesamte Schmid-Dossier Wiesenthals durfte Wieninger anstandslos kopieren.

 Birago-Kaserne nach Anton Schmid umbenennen

„Berührend war auch die Bereitschaft der Familie Schmid, mir den gesamten Nachlass für ein Jahr zur Verfügung zu stellen. Er befand sich zur Gänze in einer Bananenschachtel.“ Verteidigungsminister Gerald Klug und Bundespräsident Heinz Fischer hat Wieninger vor wenigen Tagen seinen Vorschlag unterbreitet, die Melker Birago-Kaserne nach Anton Schmid, den „Gerechten unter den Völkern“ zu benennen.

Manfred Wieningers Roman ist im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen. Eine weitere Präsentation des historisch wertvollen Buches gibt es am Donnerstag, 11. Dezember, um 19.30 Uhr im Psychosozialen Zentrum ESRA.