Erstellt am 14. April 2016, 06:04

von Nadja Straubinger

Viele Kröten bei Stadtwald. Eine neue Strecke machte rasches Eingreifen von Naturschützernnötig. Stadt hat reagiert und Achtung-Kröten-Schilder entlang der Straße aufstellt.

Autofahrer werden beim Stadtwald mit Schildern auf die Amphibien aufmerksam gemacht.  |  NOEN, mss/Vorläufer

Nachttemperaturen über 6 Grad und feuchte Witterung – optimale Bedingungen für die Amphibien-Wanderung. Neu ist heuer eine Wanderroute beim St. Pöltner Stadtwald. „An einem einzigen Tag hat eine besorgte St. Pöltnerin um die 100 Tiere gezählt, die über die Waldstraße gewandert sind“, berichtet Susanne Wegenkittl von der Ortsgruppe St. Pölten des Naturschutzbundes NÖ. Da das Biotop beim Seniorenwohnheim bereits überfüllt war, wusste die St. Pöltnerin nicht wohin mit den Tieren. Mittlerweile ist eine Rettungsaktion angelaufen. Wegenkittl sammelt mit zwei engagierten Anrainerinnen die „Wanderer“ ein und bringt sie in Sicherheit. „Wir haben bereits veranlasst, dass die Verkehrsabteilung Achtung-Kröten-Schilder aufstellt. Für einen Zaun mit Kübeln war es zu spät. Bisher war die Wanderstrecke ja nicht bekannt“, berichtet die Leiterin des Referates Umweltschutz-Lebensraum Ingrid Leutgeb-Born.

„Die wenigen Teiche sind mit Heiratslustigen überfüllt"

Die Amphibien wandern vom Stadtwald in die umliegenden Gärten und Teiche. Hunderte – vorwiegend Erdkröten und Teichmolche – hüpfen ab der Dämmerung über die Straßen. Doch selbst, wenn sie sicher über die Straßen kommen, wartet eine neue Gefahr: „Die wenigen Teiche in den umliegenden Gärten sind mit Heiratslustigen überfüllt. Das Gerangel ist beträchtlich“, so Wegenkittl. Ein neuer Teich im Stadtwald könne Abhilfe schaffen.

Bereits länger bekannt ist die Wanderstrecke in Windpassing, wo sich Elisabeth Stoiber seit Jahren für die Kröten engagiert. Sie leert täglich die Kübel entlang ihrer Strecke aus und möchte sich beim neuen Team der Straßenmeisterei Stefan Handschuh und Georg Schütz bedanken: „Wir haben ganz neue Zäune bekommen.“ Bisher seien mehr Männchen gewandert, aber im Teich, wo Stoiber die Tiere hinbringt, gibt es bereits Laichkugeln.