Erstellt am 15. Dezember 2015, 04:58

von Beate Steiner

Viele Leute haben Angst. „Hier ist es nicht sicher“ – das glauben viele St. Pöltner. Objektive Zahlen zeigen, dass die Stadt sicherer wird. Polizei will Sicherheitsempfinden stärken.

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72 Prozent der Menschen fühlen sich in St. Pölten nicht mehr sicher — das hat das NÖN.at-Voting diese Woche ergeben. Nur 8 Prozent der 2.104 Online-User fühlen sich in der Landeshauptstadt sicherer als in anderen Städten.

Ein Blick auf die Kriminalstatistik der vergangenen Jahre zeigt allerdings: Die angezeigten Straftaten gehen zurück, und St. Pölten ist nicht unsicherer als vergleichbare Städte. 4.200 Delikte wurden im vergangenen Jahr in Niederösterreichs Hauptstadt angezeigt, 5.021 in Wels, 3.922 in Villach. Im Jahr 2013 waren es überall mehr: 4.374 in St. Pölten, in Wels 5.399 und in Villach 4.082.

Auch im NÖ-Vergleich ist die 55.000-Einwohner-Stadt nicht gefährlicher als andere Städte: 2014 wurden im rund 15.000 Einwohner kleineren Wiener Neustadt 3.627 Delikte angezeigt, im Jahr davor 3.719. Und Schwechat hat zwar nur ein Drittel der Einwohner St. Pöltens, aber immerhin drei Viertel an angezeigten Delikten, nämlich 3.105 im Jahr 2014.

Jahr für Jahr weniger Straftaten

Grundsätzlich gehen in ganz Österreich die Straftaten zurück, das ist statistisch belegt. Dass trotz der objektiven Zahlen das subjektive Gefühl der Unsicherheit wächst, bestätigt St. Pöltens Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler: „Wir nehmen das natürlich sehr ernst.“ Vor allem rund um den Bahnhof gebe es ja immer wieder Vorfälle, viele Leute fühlten sich deshalb nicht wohl, wenn sie sich dort aufhalten, vor allem in der Nacht.

„Wir bemühen uns, das Sicherheitsempfinden der Menschen zu stärken“, erklärt Bäuchler. Dafür sind bereits in Absprache mit der Stadt und den ÖBB bauliche Maßnahmen erfolgt: „Die Stauden vorm Bahnhof, hinter denen auf den Bänken oft Obdachlose gelegen sind, wurden geschnitten, das Areal ist jetzt einzusehen.“

Mehrere Maßnahmen wurden gertoffen

Weitere Maßnahmen, die das Herumlungern von Jugendlichen verhindern sollen, werden folgen. Dabei werden auch verstärkt Sozialarbeiter eingesetzt, so der Stadtkommandant, der bekräftigt, dass auch mehr Polizisten, die in der Stadt Streife gehen, das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken würden.

Das sehen auch die Politiker so: Wie die NÖN berichtete, hat der Gemeinderat in einer Resolution mehr Polizisten gefordert – bereits zum wiederholten Mal.