Erstellt am 28. April 2016, 19:54

von Mario Kern

Virtuoses von Bach. Die St. Pöltner Domkantorei intoniert am 1. Mai Bachs Messe in G-Moll. Im Herbst folgt deren "Schwester" in H-Moll.

 |  NOEN, Presse&Foto FRANZ GLEISS

Nach der "Feuertaufe" in Graz führt die Dommusik die "-Moll-Messe" am Sonntag, 1. Mai, um 18 Uhr im Dom auf. Damit nimmt sich die Domkantorei mit dem Instrumentalensemble cappella nova strumentale einer Rarität aus der Feder des Giganten Johann Sebastian Bach an.

Domkapellmeister Otto Kargl weiß, dass Bach nur fünf lutherische Messen komponierte. Allein zwei dieser Werke bringt die Dommusik 2016 zur Aufführung: Die Messe in H-Moll wird im Herbst zu Gehör gebracht, jene in G-Moll eben am Sonntag. Dabei handle es sich um ein Meisterwerk „mit unglaublicher Virtuosität in der Stimmführung“, so Kargl. Die Messe und auch die Kantate „Christ lag in Todesbanden“ studieren Kargl und die beiden Ensembles seit Jänner ein.

Domorganist Ludwig Lusser ergänzt die beiden Vokalwerke mit der Passacaglia in c-Moll und „Schmücke dich, meine Seele“. Kargl ist besonders stolz darauf, dass alle Solisten aus den Reihen der Dommusik kommen. Damit schließt sich der Kreis zu Bach: „Er besetzte alle Soli aus dem Chor. Das war auch immer mein großes Ziel und ist nun erfreulicherweise gelungen.“ Dabei sind die Anforderungen nicht leicht: „Für die Alte Musik brauchen Stimmen einen gewissen Charakter, Sänger ein spezielles Gespür.“

Die beiden Messen bilden mit dem „Magnificat“ im Jahr 2014, der Matthäus-Passion im Vorjahr und der Johannes-Passion 2017 eine eigene Konzertreihe großer Bach-Werke.