Erstellt am 19. April 2016, 09:23

von Daniel Lohninger

Stadler: „Ich bleibe sicher die vollen fünf Jahre“. Matthias Stadler wird nicht der Spitzenkandidat der SPÖ bei der nächsten NÖ Landtagswahl sein.

SPÖ-Landesparteivorsitzender Matthias Stadler  |  NOEN, Foto: Marschik

NÖN: Mal ehrlich – haben Sie wirklich damit gerechnet, dass die SP noch zulegen kann?
Matthias Stadler: Ich wusste, dass wir in den vergangenen fünf Jahren gut gearbeitet haben und die Stimmung gut ist. Aber natürlich zittert man bis zum letzten Moment und freut sich dann umso mehr, wenn die Wähler die SP und mich in einem derart hohen Ausmaß mit Vertrauen ausstatten.

Worauf führen Sie den Erfolg der SP zurück?
Es gibt viele Faktoren, die mitgespielt haben. Ich glaube, dass wir einen sehr guten Wahlkampf geführt haben, dass wir die gesamten fünf Jahre sehr erfolgreich Politik für die Menschen in dieser Stadt gemacht haben und dass ich mich auf ein großartiges Team verlassen kann. Natürlich ist dieser Erfolg aber für mich vor allem ein Vertrauensbeweis der St. Pöltnerinnen und St. Pöltner.

Was sagen Sie zu den schweren Verlusten der VP sowie zum Abschneiden der anderen Oppositions-Parteien?
Für die VP hat es sich nicht ausgezahlt, dass sie den Schmutzkübel ausgepackt hat. Die Verluste sind wieder einmal ein Beweis dafür, dass es sich nicht auszahlt, anerkannte, erfolgreiche und beliebte Politiker anzupatzen. Wir Sozialdemokraten haben diese schmerzliche Erfahrung auf Landesebene auch schon gemacht, die Stadt-VP hat sie jetzt gemacht. Die FP hat zwar zugelegt, es hat sich aber gezeigt, dass die blauen Bäume nicht in den Himmel wachsen. Leid tut es mir um die Grünen: Nicole Buschenreiter hat konstruktive Oppositionspolitik geleistet, die Grünen wurden dafür nicht belohnt.

Bundeskanzler Werner Faymann war unter den ersten Gratulanten. Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie wirklich die nächsten fünf Jahre in St. Pölten bleiben?
Ich habe vor der Wahl gesagt, dass ich alle fünf Jahre als Bürgermeister zur Verfügung stehen werde – sofern mich die St. Pöltner wählen. Die St. Pöltner haben mich und die SP gewählt, also bleibe ich auch die vollen fünf Jahre. Ich werde folglich weder bei der Landtagswahl noch bei der Nationalratswahl kandidieren, stehe auch nicht für andere Funktionen zur Verfügung, die ein Ausscheiden aus meiner Bürgermeister-Funktion notwendig machen.

Wie geht es jetzt weiter? Wann wird die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderates sein?
Es gibt da klare gesetzliche Rahmenbedingungen, an die wir uns selbstverständlich halten. Klar ist aber: Ich will, dass wir so bald wie möglich wieder die Arbeit für die Bürger St. Pöltens aufnehmen. Dafür sind wir gewählt worden.