Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:12

von Beate Steiner und Daniel Lohninger

Warum St. Pölten besser als Wien ist. Großes Entwicklungspotenzial dank bester Infrastruktur, hohem Wohnwert und exzellenter Lage prophezeien Investoren.

Wilhelm Haberzettl, Vorstandsvorsitzender der BWSG, und Bürgermeister Matthias Stadler präsentieren die neuen Projekte.  |  NOEN, Vorlaufer

Die Landeshauptstadt baut auf — 4.100 neue Wohnungen sind derzeit in Planung, 847 Wohneinheiten werden gerade gebaut. Diese verlockenden News präsentierte Bürgermeister Matthias Stadler in der Bundeshauptstadt.
Was aber hat denn St. Pölten, was Wien nicht hat?

Da wäre einmal mehr als ausreichend freies Areal — 58.000 St. Pöltner teilen sich eine gleich große Fläche wie 200.000 Linzer, da ist noch viel Platz für zusätzlichen Wohnraum und Firmen-Ansiedelungen.
Dieser Grund ist auch noch der günstigste Landeshauptstadt-Boden Österreichs. Ein Quadratmeter Baugrund kostet in St. Pölten rund 102 Euro, in Wien durchschnittlich 592 Euro, in Linz 190 Euro.

„Wir sehen im Wohnbau rosigen Zeiten entgegen"

Verlockend für Immobilien-Entwickler: „Weil St. Pölten für immer mehr Menschen bereits zum Speckgürtel von Wien zählt, werden die Mieten vor allem in Toplagen höher und damit die Renditen für Investoren interessanter“, sagt Manfred Wohlmetzberger, Direktor von NV Immobilien. Er hat zahlreiche Immobilienprojekte, vor allem in der Innenstadt, entwickelt, und hat das weiter vor: „Wir sehen im Wohnbau rosigen Zeiten entgegen, wenn die Bevölkerungsprognosen auch nur annähernd stimmen“, freut sich Wohlmetzberger.

Gegend ist "wohnwertvoll"

Die Gegend ist überdies auch noch „wohnwertvoll“, sagt Wilhelm Haberzettl, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft BWSG, die in St. Pölten gerade 300 Wohnungen baut: „Viele Wiener schätzen das Leben in einer beruhigten ländlicheren Gegend.“ Diese Gegend ist auch noch äußerst zentral gelegen — zwischen Wien und Linz, der Wachau und dem Alpenvorland.

Die Mischung aus Lebensqualität und Wohnqualität ist hier einfach großartig, bestätigt Hubert Schultes, Generaldirektor der Niederösterreichischen Versicherung, die über 100 Millionen Euro in den vergangenen zehn Jahren in Immobilienprojekte gesteckt hat. Zur Wohnqualität zählen auch die grünen Erholungsgebiete und die Seen im Stadtgebiet.

Weiterer Pluspunkt: Die Infrastruktur

St. Pölten punktet dazu noch mit bester Infrastruktur: Dazu gehören natürlich die optimale ärztliche Versorgung mit dem Universitätsklinikum, sämtliche höheren Schulen und auch die schnelle 30-Minuten-Bahnverbindung nach Wien — genauso wie die zentrale Lage des Bahnhofs. „Das ist ein großer Standortvorteil“, betont Christian Mittergger, Geschäftsführer der Palais Fanto Verwaltungsgesellschaft, die plant, vor allem in Liegenschaften zu investieren, die fußläufig vom Bahnhof zu erreichen sind. Er prophezeit, dass der Ballungsraum von Wien bis St. Pölten reichen wird — „somit ist in den nächsten Jahren mit einem stärkeren Zuzug zu rechnen.“
 


Christian Mitteregger ist sich mit allen Immobilien-Experten und Investoren einig: „Die Stadt hat großes Entwicklungspotenzial.“ Das sieht etwa auch der Logistik-Dienstleister DB Schenker so, der elf Millionen Euro in den Ausbau des Standortes im Süden investiert und bereits 20.000 m2 Reserveflächen für künftige Expansionen angekauft hat. „St. Pölten ist in Niederösterreich als Standort unerreicht“, erklärt Kurt Leidinger, CEO von DB Schenker in Österreich: „Die Rahmenbedingungen sind hier besser als in anderen Ballungsräumen.“

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