Erstellt am 24. November 2015, 04:18

von Nadja Straubinger

Wertvoller Gräberfund aus der Bronzezeit. Relevante Funde aus der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends vor Christus wurden am Hinterwallner-Areal gefunden.

Letzte Woche wurde eines der besterhaltenen Gräber in Pottenbrunn am Hinterwallner-Areal freigelegt. Auch eine Grabbeigabe (Bild) konnte gefunden werden. Fotos: privat  |  NOEN, privat

„Wir haben vom Bauvorhaben in Pottenbrunn gehört und da es rundherum viele Fundstellen gibt, hatten wir schon den Verdacht, auch dort etwas zu finden“, berichtet Stadtarchäologe Ronald Risy, der die Grabungen am Hinterwallner-Areal in Pottenbrunn leitet.

Erst im Mai habe man mit Heimat Österreich – die Wohnungsgenossenschaft will dort ein Wohnbauprojekt umsetzen – verhandelt.

Dreiköpfiges Team derzeit am Werk

Das Erdreich wurde bis auf ein relevantes Niveau abgeschoben. „Dann haben wir die ersten Flecken entdeckt. Das sind relevante Strukturen für uns“, berichtet der Archäologe.

Derzeit ist ein dreiköpfiges Team von der Firma Ardig, die mit den Grabungen beauftragt wurde, mit dem Freilegen von Gräbern beschäftigt, die voraussichtlich aus der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends vor Christus stammen.

„Die Gräber sind sehr schlecht erhalten“, so Risy. Früher habe es dort einen Grabhügel gegeben, der planiert worden war. Daher rühre auch der schlechte Zustand. Außerdem dürften die Gräber – acht wurden bisher entdeckt – beraubt worden sein, weil nur wenig Grabbeigaben gefunden wurden, was unüblich sei.

„Historischer Wert ist für uns sehr groß“

Die Arbeiten sollen vor Weihnachten abgeschlossen werden. Was mit den Fundstücken passiert, ist derzeit noch nicht fix. „50 Prozent gehören dem Finder und 50 Prozent dem Besitzer des Grundes“, erklärt Risy. Er hofft aber, dass es diese dem Stadtmuseum zur Verfügung gestellt werden. „Der historische Wert ist für uns sehr groß“, hält der Stadtarchäologe fest.

Für den weiteren Baufortschritt seien keine Grabungen mehr nötig. „Der Parkplatz soll erhöht gebaut werden, da bleibt der Untergrund unberührt“, erklärt der Stadtarchäologe die Vorgangsweise. Damit sollte auch der Bauzeitplan halten.