Erstellt am 25. April 2017, 19:42

von Daniel Lohninger

Klare Mehrheit für 100er-Resolution. In einer Resolution fordert die Stadt St. Pölten das Verkehrsministerium auf, auf der etwa fünf Kilometer langen St. Pöltner Stadtstrecke der Westautobahn eine 100er-Beschränkung zu verordnen.

Josef Vorlaufer

Beschlossen wurde die Resolution am Dienstagabend mit den Stimmen von SP, VP und Grünen. Der Beschluss stützt sich dabei auf VCÖ-Expertisen, über die die NÖN exklusiv berichtet hatte.

SP-Bürgermeister Matthias Stadler begründet den Schritt damit, dass sich die Stadt seit zehn Jahren um die Einführung eines Tempolimits auf diesen Teil der A 1 bemühe – bislang allerdings ohne Erfolg. „Mir geht das Ping-Pong-Spiel zwischen Land und Bund mittlerweile ehrlich gesagt auf die Nerven“, erklärt Stadler die Beweggründe für die Resolution.

Während man durch St. Pölten immer noch mit 130 km/h durchbrettern könne, setze man in allen anderen Landeshauptstädten sehr wohl auf einen 100er zur Reduktion von Schadstoffausstoß und Lärmbelastung sowie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. „Sind die Anliegen der St. Pöltner also weniger wert“, so Stadler.

Gerade beim Punkt Sicherheit haben sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten allerdings deutlich verändert. Fünfmal krachte es zwischen dem Knoten St. Pölten und der Abfahrt St. Pölten-Süd alleine seit Dezember – jedes Mal blockierte der Umleitungsverkehr stundenlang den innerstädtischen Verkehr.

„Wir sind alle dafür, die Lebensqualität der St. Pöltner in den angrenzenden Stadtteilen zu erhöhen“

Die VP kritisierte zwar, dass Stadler bereits seit Jahren mit den SP-Verkehrsministern eine Beschränkung ausverhandeln hätte können, unterstützt die Forderung nach einem 100er auf der A 1-Stadtstrecke aber ohne Wenn und Aber. „Wir sind alle dafür, die Lebensqualität der St. Pöltner in den angrenzenden Stadtteilen zu erhöhen“, erklärt VP-Stadtrat Peter Krammer. Diskutieren müsse man, ob ein permanenter 100er die beste Lösung sei.

Das sieht auch die FP so, die zwar vor weiteren Schikanen der Autofahrer warnt. Flexible Signalbrücken, mit denen sich bei Bedarf eine 100er-Beschränkung verhängen lässt, sind aber auch für die Stadt-Freiheitlichen vorstellbar.

Ein klares „Ja“ kam erwartungsgemäß von Grün-Gemeinderat Markus Hippmann: „Es wird Zeit, dass der 100er kommt.“

Was das Verkehrsministerium sowie das Land NÖ zur Resolution des St. Pöltner Gemeinderates sagen sowie die besten Zitate der Diskussion im Gemeinderat liest du in der nächsten Printausgabe der St. Pöltner NÖN sowie im NÖN.at ePaper