Erstellt am 03. Februar 2016, 05:48

von Beate Steiner

Wirtschaft: 397. ST. PÖLTEN / Die Landeshauptstadt startet ihr Jubiläumsjahr mit starken Zahlen. Beim Neujahrsempfang der St. Pöltner Wirtschaft stellte Bürgermeister Matthias Stadler den Gegenwartsfakten die Daten aus 1986 gegenüber: Das Stadtbudget hat sich

Testimonials für eine erfolgreiche Stadtentwicklung: Bürgermeister Matthias Stadler (2. v. r.) mit Richard Fohringer, Thomas Salzer und Josef Wildburger (v. l.).  |  NOEN, Josef Vorlaufer

Die Landeshauptstadt startet ihr Jubiläumsjahr mit starken Zahlen. Beim Neujahrsempfang der St. Pöltner Wirtschaft stellte Bürgermeister Matthias Stadler den Gegenwartsfakten die Daten aus 1986 gegenüber: Das Stadtbudget hat sich verdreifacht, die Zahl der aktiven Betriebe hat sich verdoppelt und die Kommunalsteuer ist beinahe sieben Mal so hoch wie vor 30 Jahren, als St. Pölten zur niederösterreichischen Landeshauptstadt ernannt wurde, freut sich das Stadtoberhaupt über „die gelungene Standortentwicklung“.

Das soll auch in den kommenden Jahren so weitergehen, bestätigt Christoph Schwarz, Leiter der Wirtschaftsservice-Stelle „ecopoint“, der auf 2015 stolz zurückblickt: „Das ist das erfolgreichste Jahr seit unserem Bestehen.“ 397 Arbeitsplätze konnten neu geschaffen werden, 89 Investorenprojekte wurden betreut, 30 davon konnten umgesetzt werden, darunter McDonalds, Müller, das Geschäftshaus Churanek und die Expansion der Wildburger-Gruppe.

Vor dem Jahreswechsel wurden noch drei Ansiedlungen im Gewerbegebiet NÖ Central vertraglich fixiert: Die Firmen ATC Metallwelt und Gastecker haben ein Grundstück erworben, wie auch die Firma Fireland Foods mit Richard Fohringer. Der macht St. Pölten zur schärfsten Landeshauptstadt – mit einer Chili-Erlebniswelt, in der die Besucher sehen können, wie die „heißen“ Früchte wachsen, geerntet und verarbeitet werden. Baubeginn ist im März, eröffnet wird mit einem Chilifest im September. Im ersten aufgeschlossenen Teil des größten Gewerbegebiets Niederösterreichs sind mit diesen Ansiedlungen bereits 58 Prozent der Flächen vergeben.
Der wirtschaftliche Ausbau geht auch in anderen Teilen der Landeshauptstadt 2016 weiter: Ikea siedelt sich im Traisenpark an, Maschinenbauer Andritz kommt nach St. Pölten, das Autohaus Göndle baut mit einer Spenglerei und Lackiererei groß aus und auch Bierbrauer Egger wird kräftig erweitern.

Industriestandort und Bildungsstadt

Damit St. Pölten auch ein wichtiger Industriestandort bleibt, soll in Zukunft die Vernetzung der Wirtschaft mit Bildungsinstitutionen ein wichtiger Faktor sein: „Kommende Herausforderungen wie die Industrie 4.0 machen es notwendig, jungen Menschen verstärkt IT-Skills aber auch naturwissenschaftliches Know-how beizubringen“, sagt Thomas Salzer, Präsident der NÖ Industriellenvereinigung. In St. Pölten gebe es mit der Lehrlingsoffensive und der „Initiative Bildung & Wirtschaft“ gute Voraussetzungen dafür. Josef Wildburger, Obmann der Plattform stp2020, verstärkt dies noch: „St. Pölten hat sich nicht für, sondern mit der Wirtschaft äußerst positiv entwickelt, Chancen genutzt“, denn Wirtschaft zu treiben sei Sache der Unternehmen, das Umfeld dafür zu schaffen, Aufgabe der öffentlichen Hand.

„St. Pölten hat sich nicht für, sondern mit der Wirtschaft äußerst positiv entwickelt.“ Josef Wildburger, Obmann Plattform stp2020

Konkretes Vorhaben in der Landeshauptstadt dafür ist einerseits der Ausbau der aus allen Nähten platzenden Fachhochschule. Andererseits das „Haus der Zukunft“ in der Heßstraße. Die Weichen für diesen Erlebnisraum sind gestellt. Auf 2.650 Quadratmetern soll im ehemaligen Wesely-Haus ein Ort des Lesens, Lernens und Erfahrens entstehen. Und natürlich soll das Haus der Zukunft ein wichtiger Ort für die entstehende Kulturachse zwischen Kulturbezirk und Altstadt werden. Die Initiative Bildung und Wirtschaft der Plattform stp2020 entwickelt derzeit ein Konzept für den einzigartigen Mix aus Bibliothek, Medienhaus und Kommunikationsstätte.

Einwohner-Zuwachs durch neue Wohnungen

Einzigartig werden soll auch der Domplatz, dessen Neugestaltung heuer in die entscheidende Phase kommt. Bürgermeister Matthias Stadler will mit einem architektonischen Konzept die archäologischen Funde ins richtige Licht rücken. Anziehend für Neo-St. Pöltner sollen die zahlreichen entstehenden Wohnungen sein: 900 sind in Bau, 4.100 in Planung. 366 Hektar als Wohnfläche gewidmetes Areal besitzt die Stadt noch als Reserve.

Alte Zahlen, neue Zahlen

  • Einwohnerzahl: 58.445 (1986: 52.452)

  • Stadtbudget: 165,6 Millionen Euro (1986: 57,3 Millionen Euro)

  • Aktive Betriebe: 3.539 (1986: 1.689)

  • Kommunalsteuer: 27,4 Millionen Euro (1986: 4,1 Millionen Euro)