Erstellt am 08. Januar 2016, 05:18

von Beate Steiner

Zeit aktuell in der Theaterwerkstatt. Regisseurin Ana Zirner zeigt mit "Flammende Reden, brennende Plätze" Gegenwärtiges auf der Landestheater-Bühne . ST. PÖLTEN / 

Ana Zirner führt in St. Pölten Regie bei einem brennend aktuellen Stück.  |  NOEN, Landestheater

Es brodelt, an unzähligen Orten. Überall auf der Welt. In vielen Zentren gehen Menschen zu Tausenden auf die Straßen, schreien öffentlich ihren Protest hinaus, begleitet von aufsehenerregenden Aktionen von Aktivisten.

Medien dokumentieren kontinuierlich das aktuelle Geschehen, auch virtuell formieren sich Gruppen, um Widerstand zu artikulieren und Visionen zu entwickeln: Die Grüne Bewegung im Iran, die Jasmin Revolution in Tunesien, die Proteste auf dem Tahrir Platz in Ägypten oder dem Puerta del Sol in Spanien, die Regenschirm Revolution in Hongkong, aber auch WikiLeaks, Whistleblower und andere folgen dem Glauben an eine globale Gemeinschaft, eine historische Zäsur und die Umkehrung von ehernen Machtverhältnissen.

Über die Energie von Massenbewegungen

Den Stein ins Rollen aber bringen immer einzelne Individuen, die durch die Kraft der Massen bestärkt werden. Diesen individuellen Antrieb, Teil einer politischen Bewegung zu sein, untersucht die Münchner Regisseurin Ana Zirner in ihrem Theater-Projekt „Flammende Reden, brennende Plätze“, das in der St. Pöltner Theaterwerkstatt uraufgeführt wird.

Zirner, die schon mit ihrer dokumentarischen Inszenierung „brothers in arms“ über junge Männer im Iran und Israel für Furore sorgte, erzählt in „Flammende Reden, brennende Plätze“ Geschichten von Protagonisten internationaler Protestbewegungen in Syrien, der Ukraine, Spanien und Ägypten. Anhand des außergewöhnlichen Engagements dieser Männer und Frauen soll beispielhaft dargestellt werden, wie eine neue Bewegung entsteht, wie die Kraft der Masse wirkt, was Euphorie und Überzeugung bewirken. Das durch intensive Recherche und in zahlreichen Interviews geformte Stück schildert aber auch das Risiko und den Alltag im Widerstand und berichtet von konkreten, persönlichen Erfahrungen.

Premiere dieser dokumentarischen Theaterperformance ist am Samstag, 9. Oktober, 19.30 Uhr in der Theaterwerkstatt.

Nächste Highlights im Landestheater

Liebesgeschichten, Freitag, 8. Jänner, 19.30 Uhr: Zwei der profiliertesten Schauspieler im deutschsprachigen Raum eröffnen das neue Jahr: Elisabeth Orth und Peter Maticc lesen aus Robert Walsers „Liebesgeschichten“.

Flammende Reden, brennende Plätze, Samstag, 9. Jänner, 19.30 Uhr: Aktuelles Theaterprojekt von Ana Zirner

Der Himbeerpflücker, Premiere Freitag, 15. Jänner, 19.30 Uhr: Fritz Hochwälder, einer der interessantesten Dramatiker Österreichs und Erfolgsautor der 50er und 60er Jahre, entlarvt in seinem Schwank den österreichischen Umgang mit Geschichte. Regie führt Cilli Drexel, als Gäste mit dabei sind Martin Leutgeb, Eva Maria Marold, Reinhold G. Moritz, Raimund Wallisch.