Erstellt am 14. Juni 2016, 06:19

von Daniel Lohninger

Züge nach 24 Uhr: Niemand will zahlen. NÖN.at-User wollen zusätzliche Nachtzüge. ÖBB will sie aber nur mit Zuzahlung anbieten. Stadt winkt jedoch ab.

 |  NOEN, Symbolbild

Das satte Fahrgast-Plus auf der Westbahnstrecke lässt in St. Pölten einen alten Dauerbrenner wieder aufleben: den Wunsch nach Zug-Verbindungen nach Mitternacht. Derzeit geht der letzte Zug von Meidling nach St. Pölten um 23.35 Uhr, vom Westbahnhof um 23.54 Uhr. Der letzte Zug von St. Pölten zum Westbahnhof fährt um 0.02 Uhr ab.

Gut die Hälfte der NÖN.at-User ist mit diesem Angebot nicht zufrieden und fordert, dass die ÖBB hier ihr Angebot nachbessern. Die Chancen, dass tatsächlich zusätzliche Nacht-Verbindungen dazu kommen, ist allerdings gering. Denn die ÖBB verweisen darauf, dass weitere Verbindungen „nur mit Bestellung durch die Gebietskörperschaften erbracht werden können“, wie ÖBB-Sprecher Christopher Seif betont.

Bereits jetzt würden die Tagesrandverbindungen kaum in Anspruch genommen. „Ohne Zuzahlung ist eine Führung nicht möglich“, so Seif. Schließlich müssten die ÖBB wie jedes andere Unternehmen eine Kosten-Nutzen-Rechnung anstellen und sich zusätzliche Angebote auch wirtschaftlich rechnen.

"Wo fängt die Mitfinanzierung an und wo hört sie auf?"

Die Stadt will allerdings kein Geld in die Hand nehmen, um spätere Zug-Verbindungen mitzufinanzieren. „Die Frage ist: Wo fängt die Mitfinanzierung an und wo hört sie auf?“, erklärt Rathaussprecher Martin Koutny. Die Westbahnstrecke sei im Unterschied zu den Nebenbahnen gewinnbringend. Der Logik der Mitfinanzierung folgend, müssten also alle Gemeinden entlang von Nebenbahnen den Bahnbetrieb mitfinanzieren.

Auch die Erfahrung würde gegen eine Mitfinanzierung sprechen. Koutny: „Die Stadt hat sich früher schon einmal an der Finanzierung von Zug-Verbindungen beteiligt. Ein Erfolg war aber nicht messbar.“ Dennoch werde sich die Stadt weiter für zusätzliche Zugspaare zwischen Landeshauptstadt und Bundeshauptstadt einsetzen.