Erstellt am 27. Mai 2016, 06:04

von Mario Kern

Zukunftschance für Jugend ohne Jobs. Zehn arbeitslose Jugendliche verkaufen ab Mitte Juni aus Abfallprodukten gefertigte Designer-Stücke im "Gabarage"

Stephan Schimanowa: »Gibt sehr viele Jugendliche ohne Perspektiven.  |  NOEN, zVg
Mitte Juni ist es soweit: Der Shop Gabarage in der Marktgasse, ein Beschäftigungsprojekt mit Werkstätte, wird offiziell eröffnet. Seit Mitte März stand er als Pop-up-Store zum Kennenlernen offen. Im landesweit einzigartigen Werkstätten-Shop – Garbarage gibt es bislang nur in der Bundeshauptstadt – verkaufen Jugendliche hochwertige Produkte aus Abfall und fertigen kleine Produkte selbst an.

Was Gabarage so besonders macht, ist der soziale und ausbildungstechnische Hintergrund: Jugendliche, die weder im Beschäftigungs- noch im Bildungssystem integriert sind und die an keiner Trainingsmaßnahme teilnehmen, können bei Gabarage vom Verkaufstraining profitieren. „Diese Gruppe wird immer größer, für sie gibt es in Niederösterreich kein Angebot“, weiß St. Pöltens Projektleiter Stephan Schimanowa. Spätestens nach eineinhalb Jahren sollen sie vermittelt worden sein oder aber in einer Ausbildungsmaßnahme unterkommen.

Weil die Zielgruppe nicht beim AMS aufscheint, greift Schimanowa mit seinem Team auf das Netzwerk der Offenen Jugendarbeit und des Streetworking zurück. In der Marktgasse ist Platz für zehn Jugendliche. Dabei werden in erster Linie St. Pöltner nach Beendigung der Schulpflicht bis maximal 25 Jahre aufgenommen.

Jugendliche bekommen eine neue Zukunftsperspektive

Der Nutzen für die Jugendlichen ist vielfältig, erklärt Schimanowa: „Neben einer Tagesstruktur können sie einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen, durch die Fertigung von coolen Produkten ihr Selbstwertgefühl stärken, aber vor allem bekommen sie durch uns eine neue Zukunftsperspektive.“

Warum der erste Gabarage-Ableger nach St. Pölten kommt, sei leicht zu erklären, so Schimanowa: „Logistisch gesehen liegt St. Pölten nahe zu Wien. Der Bedarf ist da und man hat uns herzlich aufgenommen.“