Erstellt am 17. November 2015, 04:53

von Daniel Lohninger

50 Millionen für Bildungscampus. Österreichs Eisenbahner werden ab 2019 in allen Berufen auf dem Areal des TS-Werks in St. Pölten ausgebildet. Baubeginn für das Zentrum ist Ende 2016.

Auf dem Areal des TS-Werks wird der ÖBB-Bildungscampus entstehen. Foto: Nadja Straubinger  |  NOEN, Nadja Straubinger

Die Entscheidung ist gefallen: Im Wettbewerb zwischen Wien-Simmering, Linz, St. Pölten und Kapfenberg um den ÖBB-Bildungscampus macht die NÖ-Landeshauptstadt das Rennen. Das bestätigt Infrastrukturminister Alois Stöger gegenüber der NÖN.

Ab 2019 Ausbildung für alle operativen Eisenbahn-Berufe

Mehr als 50 Millionen Euro werden dafür auf dem Areal des TS-Werks investiert, auf dem sich bereits die Lehrwerkstätte befindet. Baubeginn ist voraussichtlich Ende 2016.

Ausgebildet werden hier ab 2019 alle operativen Eisenbahn-Berufe – vom Gleisbauer, Wagenmeister, Lokführer und Fahrdienstleiter bis hin zum Betriebsleiter. Es wird das einzige Zentrum dieser Art in Österreich sein und es wird für alle Eisenbahn-Einrichtungen – also nicht nur die ÖBB – die Fachkräfte der Zukunft ausbilden.

Heinzl: „Fast gleichwertig mit Universitäts-Ansiedlung“

„St. Pölten ist eine Eisenbahner-Stadt, in der bereits viel Know-how vorhanden ist und die in 25 Minuten von Wien aus mit der Bahn erreichbar ist“, erklärt Infrastrukturminister Alois Stöger, warum die Entscheidung zugunsten der NÖ-Landeshauptstadt ausgefallen sei.

Zudem gebe es hier bereits die Eisenbahner-Berufsschule mit Matura und einen Eisenbahn-Schwerpunkt an der Fachhochschule, womit auch das akademische Angebot am Standort gewährleistet sei. Die Eisenbahn-Ausbildung reiche somit ab 2019 hier „von der Lehre bis hin zum Diplomingenieur“, so Stöger.

„Für mich ist die Entscheidung fast gleichwertig mit der Entscheidung, eine Universität in St. Pölten anzusiedeln“, freut sich SP-Nationalratsabgeordneter Anton Heinzl. St. Pölten werde zum Ausbildungszentrum für Österreichs Eisenbahner-Nachwuchs, was angesichts der ursprünglichen Pläne – erst vor vier Jahren war die Schließung des TS-Werks beschlossene Sache – ein politischer Erfolg sei.