Erstellt am 08. August 2017, 02:38

von Ewald Baringer

Am Ende eines kleinen Dorfes.

Böse Totenwacht: Petra Gstrein, Jens Ole Schmieder und Doina Weber.  |  Christian Mair

Schauerliche Gewitternacht am Thalhof: Totenwache bei ihrer Mutter hält Anna (Petra Gstrein als vom Schicksal – insbesondere von den Männern – übel behandelte, aber ungebrochene und selbstbewusste Frau). Als der Huber Georg auftaucht (Jens Ole Schmieder gibt ein unbeholfenes alpines Urvieh), zieht die unselige Vergangenheit vorbei, die untote Mutter (ein freundliches Gespenst: Doina Weber) begleitet die Erinnerungen.

Der Schauplatz ist ein weites, abgestuftes, mit weißen Girlanden übersätes und alten Fenstern möbliertes Podium. Intendantin Anna Maria Krassnigg hat die Novelle „Totenwacht“ von Marie von Ebner-Eschenbach szenisch meisterhaft umgesetzt. Kein Theaterstück zwar, aber ein virtuoser Abend.

Fazit: Eine dichte psychologische Studie mit hervorragenden Schauspielern.