Erstellt am 27. Juni 2016, 13:24

Piramo e Tisbe: Kritik.

Altenburg. Tragische Liebe: Maria Taytakova als zärtlicher Piramo (rechts) und Megan Kahts als herzzerreißende Tisbe in der Stiftsbibliothek. Foto: Barbara Palffy  |  Barbara Palffy

Tragischer geht’s kaum. Da lieben sich zwei, die nicht zusammenkommen dürfen. Um zu fliehen, verabreden sie sich im Wald, verpassen sich aber. Als er ihr blutiges Taschentuch findet, bringt er sich um. Als sie ihn findet, bringt sie sich um. Um zum Schluss bringt sich auch noch ihr Vater um. Kein Wunder also, dass in Johann A. Hasses „Intermezzo tragico“ aus 1768 ziemlich viel geweint wird.

Und auch wenn in Bernd R. Bienerts originalgetreuer Inszenierung mit einem höchst beseelten Ensemble (großartig: Dimitris Karakantas an der Geige), mit perlenbesetzten, pfauenbefederten Kostümen und elegant-gemalten Kulissen die Küsse nur gehaucht sind, der Walzer nur angedeutet ist und der Löwe so herzlich brüllt, dass man fast lachen muss: Das geht ans Herz!

Fazit: Große Gesten, große Gefühle, großes Drama im Kerzenlicht – Taschentücher unverzichtbar!