Erstellt am 21. Juni 2016, 13:23

von Ewald Baringer

Odyssee: Fotos und Kritik.

 |  NOEN, Daniela Matejschek

Da ist den Sommerspielen Melk gleich zum Auftakt des Theaterfestes ein Volltreffer gelungen: Passenderes zum Zeitgeschehen als die Homer’sche Erzählung vom abenteuerlichen Heimkehrer Odysseus lässt sich kaum auf die Bühne hieven.

Flüchtlinge, Fabulierer und Freier im ausweglosen Geflecht aus Tätern und Opfern, Rache und Schuld – Stephan Lack und Intendant Alexander Hauer, der auch Regie führt, haben eine stringente, vielschichtige Fassung des Mythenstoffes in einprägsamen Bildern gestaltet.

Nicki von Tempelhoff ist ein gestandener Titelheld im Schmuddellook, Doris Schretzmayer seine getreue Penelope. Boris Fiala steuert sublime Klangspannung bei, spektakulär Daniel Sommergrubers Bühnenbild.

Fazit: Griechische Mythologie mit vielen, nicht zu übersehenden Gegenwartsbezügen.