Erstellt am 26. Juli 2016, 12:00

von Thomas Jorda

Im weißen Rössl: Kritik.

Langenlois. Gut Ding braucht Weile; auch die Liebe. Die Rösslwirtin (Kristina Bangert) mit ihrem Zahlkellner (Boris Eder).  |  K. M. Westermann

Kann man Ralph Benatzkys Singspiel überhaupt ruinieren? Aber ja, wie schon mehrfach bewiesen. Vor Schloss Haindorf gerät es zum großen Vergnügen. Michael Scheidl hat es beinahe originalgetreu, aber niemals altbacken inszeniert.

Ihm gelingt es eindrucksvoll, oft gesehenen Szenen Neues abzugewinnen. Unter der Stabführung von Andreas Stoehr geraten die Ohrwürmer ebenso schwungvoll, wie es die mitreißenden Tanzeinlagen sind.

Sehr gut das Ensemble. Boris Eder als Leopold, André Bauer als Dr. Siedler, Johannes Seilern als Giesecke, Melanie Wurzer als Ottilie und Daniela Lehner als Klärchen machen viel Freude. Kristina Bangert hat es als attraktive Rösslwirtin nicht so sehr mit dem Singen. Das macht sie locker schauspielerisch wett.

Fazit: Musikalisch und darstellerisch sehr gelungen. Ein Vergnügen für Auge und Ohr.