Erstellt am 05. Juli 2016, 13:48

von Thomas Jorda

Ein Sommernachtstraum: Kritik.

Perchtoldsdorf. Oberon (Andreas Patton, rechts) beobachtet erstaunt Demetrius (Jan Hutter) und Helena (Sophie Aujescky).  |  Lalo Jodlbauer

Nachtigallen waren keine zu hören, Feenstaub flirrte nur selten durch den Wald, den die neue Rundbühne im Hof der Burg nicht einmal andeutete. Michael Sturmingers Inszenierung der wundersam-wunderbaren Komödie von William Shakespeare verzichtete auf beinahe alle rosig-rüschigen Elemente und hob das Anarchistische und Absurde hervor, deutete das, was der Meister obszön gemeint hat, auch so.

Wenn etwa der Esel, in den der Weber Zettel verwandelt wird, den Schwanz vorne trägt, muss man gar nicht erst Sigmund Freud bemühen. Die Übersetzung ist extra angefertigt, sehr direkt und komisch. Manche Rollen sind schräg besetzt (es gibt zwei Handwerkerinnen), aber alle ausgezeichnet, beeindruckend und liebevoll, manchmal auch sexy gestaltet.

Fazit: Sehr direkt, sehr eindeutig, mitreißend absurd und lustig – die Träume einer Nacht.