Erstellt am 12. Juli 2016, 14:00

von Thomas Jorda

Doderers Dämonen: Kritik.

Reichenau. Joseph Lorenz bringt als Georg von Geyrenhoff die Dämonen zu Papier, Fanny Stavjanik ist die Friederike Ruthmayr.  |  Dimo Dimov

Riesige rote Buchstaben. Zusammengefügt ergeben sie das Wort Dämonen. Peter Loidolts Bühne ist sonst leer. Es geht also vor allem um Worte, um die vielen Worte, aus denen Heimito von Doderers Opus Magnum besteht.

Eigentlich purer Hochmut, das in eine Bühnenfassung zu bringen. Nicolaus Hagg hat die Hand dafür. Wissend wahrscheinlich, es nicht allen Recht zu machen. Doderer-Kennern fehlt viel, wer Doderer (bisher!) verweigert hat, findet nur sehr schwer in die Szenenhäppchen, die sich aneinanderfügen und übereinandertürmen. Doch mit diesem Ensemble – Joseph Lorenz, André Pohl, Julia Stemberger, Peter Matic, Johanne Arrouas, Fanny Stavjanik – geschieht dann doch das Wunder eines die Seele anrührenden Theaterabends.

Fazit: Diesen Roman zu dramatisieren, das musste eigentlich scheitern. Tat es aber nicht.