Erstellt am 12. Juli 2016, 14:00

von Thomas Jorda

Liebesgeschichten und Heiratssachen: Kritik.

Reichenau. Chris Pichler als liebeswütige Lucia Distel, Miguel Herz-Kestranek als geldgieriger, hinterlistiger Nebel.  |  Dimo Dimov

Johann Nestroy und die Festspiele sind eine jahrzehntelange Liebesgeschichte, auch wenn die Vermählung nicht immer gelang. Diesmal gibt’s „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ – beeindruckend stimmig, überaus charmant, außerordentlich lustig.

Regisseur Helmut Wiesner nützt im geschmackvollen Bühnenbild von Peter Loidolt die Qualität seines Ensembles. Miguel Herz-Kestranek agiert als Nebel so hinterlistig wie beineverknotend, Chris Pichler ist als Lucia Distel umwerfend komisch und dennoch zum Verlieben, Toni Slama lotet als Herr von Fett alle Tiefen des Fleischhauerseins aus. Und Marcello de Nardo bringt als grantiger Marchese Vincelli die – geben wir es zu: unerwartete – Sensation des Abends. Selten so gelacht!

Fazit: Der gewohnte Nestroy zeigt sich diesmal von der allerbesten Seite. So macht es Spaß.