Erstellt am 12. Juli 2016, 13:59

von Thomas Jorda

Literatur / Halbzwei: Kritik.

 |  NOEN, Foto: Palffy

Viel stimmiger kann ein Spielort nicht sein, als es der Literatursalon gleich vis-à-vis der Gärtnerei von Schloss Wartholz ist. Hier zeigt Helga David pointiert und mit sparsamsten Mitteln, wie sehr sie ihren Arthur Schnitzler verinnerlicht hat, was uns der Meister in seinen unvergleichlichen Dialogen sagen will.

Frauen dominieren beide Einakter. In „Literatur“ zeigt sich Katharina von Harsdorf mitreißend zwischen Berechnung und Verzweiflung. In „Halbzwei“ führt die – kurzfristig eingesprungene – Irene Halenka köstlich vor, wie man einen Mann durch Schlafentzug kirre macht. An männlichem Personal stehen Clemens Aap Lindenberg und Wolfgang Lesky bereit. Nicht nur das Publikum hat, auch Arthur Schnitzler hätte seine Freude mit ihnen.

Fazit: Schnitzler auf kleiner Flamme gekocht, aber dennoch als brennheißer Leckerbissen serviert.