Erstellt am 06. Juli 2016, 13:53

Der Diener zweier Herren: Kritik.

Stockerau. Ein glückliches Ende für Katharina Stemberger als Beatrice/Federico (rechts) & Daniel Keberle als Florindo. Johannes Ehn  |  NOEN, Johannes Ehn

Zwei Herren zugleich dienen? Das geht nicht einmal bei Goldoni gut. Auch wenn sich dort am Ende alle kriegen, sogar Truffaldino und Columbina. Die müssen sich in Zeno Staneks & Karl Ferdinand Kratzls Neufassung des 270 Jahre alten Klassikers mächtig anstrengen vor dem Happy End.

Die anderen dienen entweder der klassischen Komödie in Mantel & Degen (prächtig: die Kostüme) – wie Horst Heiss’ beeindruckend-verzopfter Pantalone oder Katharina Stembergers hinreißender Federico.

Oder sie dienen der dickbäuchigen Groteske – wie Tobias Eiselts Silvio. Sehr lustig: die Shakespear’schen Abwege, in denen der Clown den Hamlet gibt und der Tölpel den Mercutio. Sehr stimmig: Okan Cömert als tänzelnder Truffaldino und Claudia Waldherr als freche Columbina.

Fazit: Goldonis klassischstes Ensemble auf Abwegen zwischen Komödie und Groteske.