Erstellt am 12. Juli 2016, 14:39

von Carina Rambauske

Pension Schöller: Kritik.

Weitra. Zwischen Normalität und Wahnsinn: Franz Schöller (Andreas Peer) und Hermann Hempel (Ronald Kuste).    |  Foto: Schloss Weitra Festival

Der normale Wahnsinn ist Programm. Und aktuell. Die Selbstreflexion am Ende des Stücks führt das noch einmal vor. Intendant Peter Hofbauer adaptierte den Klassiker, behielt die Grundidee, entstaubte in der Ausführung und versetzte − mit Musik − in die Gegenwart.

Die vermeintlich „Irren“ von Psychiaterin Helene Hempel (Caroline Vasicek) begeistern durch akribische Rollenzeichnung: Hubert Wolf als sensible Künstlerseele, Olivier Lendl als hyper-begeisterter Zoologe, Alexander Strömer als paranoider Ex-Agent, Stephanie zu Fürstenberg als Wahrsagerin. Andreas Peer changiert grandios zwischen schwulem Kellner und App-süchtigem Pensionsbesitzer, und Ronald Kuste hat als Deutscher stets einen Seitenhieb zu den „Ösis“ parat.

Fazit: Sehr unterhaltsam, mit „wahnsinnigen“ Verweisen zur Gegenwart.