Erstellt am 17. Juli 2017, 08:19

Baurecht.

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Was Sie zur Grundstückseinfriedung wissen müssen.

Mag. Andreas Arbesser: Im gewidmeten Baulandbereich, d. h. zwischen Gärten und zu Straßen, werden Grundstücksgrenzen durch Einfriedungen erkennbar. Diese dienen als Begrenzungen, Sicht und Schallschutz und Stützmauern, um Erdrutsche zu verhindern oder um das Gelände zu stabilisieren. Die wesentlichen Vorschriften in Niederösterreich sind in der Bauordnung sowie in den Bebauungsvorschriften der Gemeinden enthalten, vor allem für die straßenseitige Gestaltung. Oft wird eine bestimmte Höhe und Material für die Ausführung vorgesehen, mit Rücksicht auf das Ortsbild.


Es wird unterschieden zwischen freiem Bauvorhaben und Anzeige oder Bewilligungspflicht. Ob und in welchem Ausmaß die Baubehörde zuständig ist, ergibt sich durch die Art der Einfriedung. Im Allgemeinen wird z. B. ein Maschengitterzaun zwischen Privatgärten, auch mit geringem Sockel als Fundament, ohne Bauanzeige möglich sein. Ist allerdings derselbe Zaun als Abgrenzung zur Straße geplant, ist dieses Vorhaben bewilligungspflichtig. In diesem Verfahren ist zu prüfen, ob für das einzufriedende Grundstück eine mögliche Abtretungsverpflichtung in das sogenannteöffentliche Gut (Straße) besteht.
Vereinfacht dargestellt – je höher der technische und finanzielle Aufwand für eine Einfriedung ausfällt, ist auch die behördliche Beurteilung strenger. In der Planungsphase ist es notwendig, das Vorhaben technisch einwandfrei darzustellen und mit der Baubehörde abzusprechen, um die Beurteilung zu erleichtern. Keinesfalls sollte ohne Skizze oder rechtliche Beratung mit der Errichtung begonnen werden.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Andreas Arbesser
Rechtsanwalt in Langenzersdorf
02244/2208
rechtsanwalt@ossana.at


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