Erstellt am 28. Mai 2016, 05:04

von NÖN Redaktion

Abheben wie früher: Einzigartige Motoren aus Tulln. In Niederösterreich baut die Tullner Firma Pace Engines einen besonderen Flugmodellmotor. Dafür stehen schon einige Kunden, auch international, in der Warteschlange.

Der fertig gebaute Flugmotor »Pace 263« mit Propeller montiert am Prüfstandsaufbau mit Messdatenerfassung. Hier wird überprüft, ob der Motor voll funktionsfähig ist.  |  NOEN, zVg
„Es hat mit einer Idee begonnen und wir haben sozusagen vom weißen Blatt Papier weg konstruiert“, sagt Mario Lechner, Geschäftsführer der Firma Pace Engines, über das Produkt: einen weltweit einzigartigen Motor!
Etwa zwei Jahre lang hat man mit Computersystemen berechnet und mit verschiedenen Simulationsprogrammen
geplant. „Mit unserem sehr geringen Budget haben wir möglichst viel selbst gemacht“, so Lechner.

Die Idee zu dem besonderen Motor kam, weil Lechner schon lange selbst Modellflug in Böheimkirchen betrieben hat. Die Modelle wurden dem Trend entsprechend immer originalgetreuer. Vor allem Modelle aus dem 2. Weltkrieg wären beliebt meint Lechner. Diese Marktlücke nützte er mit seiner Lebensgefährtin, Geschäftsführerin von Pace Engines, Vera Koch.

"Gab vor uns keine vorbildgetreuen Antriebe"

„Es gab keine vorbildgetreuen Antriebe, sondern nur abgewandelte Kettensegenmotoren“, erklärt Lechner. „Für die Modelle wollten wir aber einen adäquaten Antrieb.“ Der Flugmotor „PACE 263“ entspricht mit zwölf Zylindern, einer Druckölumlaufschmierung und einer Wasserkühlung den Motoren von damals. Diese Art von Antrieb ist nicht nur für den Einbau in große Flugmodelle, sondern auch für Modelle von Rennbooten gedacht.
Zu Beginn hatte sich Lechner mit der Firma in einer alten Werkstatt für Landmaschinen in Rapoltendorf eingemietet.

Dass die Firma ihren Standort inzwischen seit zweieinhalb Jahren in Sitzenberg-Reidling im Bezirk Tulln hat, hat einen einfachen Grund, erklärt Lechner: „Wir haben bei der Wirtschaftsagentur Niederösterreich (Anm.: ecoplus) angefragt, ob es Vorschläge für einen passenden Standort gibt. Unter den genannten hat es uns hier am besten gefallen.“ In den letzten Jahren haben sich die Geschäftsführer bemüht, den Bekanntheitsgrad der Firma zu steigern. „2015 waren wir auf fünf Messen, heuer schrauben wird das zurück, weil wir schauen, dass mal alles fertig wird“, so Lechner zum derzeitigen Plan.

Flugerprobung in den nächsten Monaten

Noch heuer sollen die ersten Motoren fertig sein. In den nächsten drei Monaten findet die Flugerprobung statt – es wird also in der Luft getestet. Auf der Messe in Friedrichshafen werde man aber wieder teilnehmen. Durch das Rühren der Werbetrommel und durch die Homepage gibt es inzwischen weltweit Interessenten, beispielsweise aus den USA, Kanada und Australien.

„Es gibt auch sehr viele interessierte Modellhersteller. Die machen für Kunden eine Fixfertiglösung.
Einige Leute, die solche Auftragsmodelle bauen, wollen den Motor für ihr Modell bei uns zukaufen. Die stehen
schon in der Warteschlange“, freut sich Lechner.