Erstellt am 18. November 2015, 05:03

von Josef Altkind

Ärger über Windräder. Experten der NÖ Landesregierung und dem Umweltbundesamt standen Redeund Antwort. Bürgermeister Weber will die "Verschandelung der Region" verhindern.

Mehr Demonstranten als Besucher: Die Leopoldifeier in der Eichberger Kellergasse nützten die Windrad-Gegner für ihren Protest.  |  NOEN, Günter Schwab

„Windräder auf dem Seelackenberg“ titelte die Veranstaltung des KBW unter Josef Resch, die im Pfarrstadel stattfand.

Bürgermeister Christoph Weber, Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt Wien und Franz Angerer von der NÖ Landesregierung, Abt. Energiewirtschaft standen den vielen interessierten Bürgern Rede und Antwort.

Vor der Diskussionsrunde erläuterte Angerer die Bedeutung der Windkraft, der Stromerzeugung- und wirtschaft sowie die Genehmigungsverfahren für die Errichtung solcher Windräder.

Schneider erläuterte die Dringlichkeit einer Energiewende und die Voraussetzungen für eine elektrizitätsrechtliche Genehmigung.

Fragen wurden geklärt

Anschließend wurden viele Fragen bezüglich der geplanten Windräder gestellt. Der Abstand zu bewohnten Gebieten, die Abholzung von rund 10.000 m? Wald, und auch die Zufahrt mit den 60m langen Rotorblättern sind noch nicht geklärt.

Weber erklärte, die Gemeinde werde alle rechtlichen Schritte einleiten, um eine Verschandelung der Region zu verhindern. Und stellte zwei Fragen: „Wieso musste die vor einigen Jahren errichtete Photovoltaikanlage laut BH St. Pölten mit einer Strauchbepflanzung abgeschirmt werden, damit das Landschaftsbild nicht nachhaltig beeinträchtigt wird? Gelten für die Windräder möglicherweise andere Regelungen zugunsten der Unternehmer?“

Franz Angerer von der NÖ Landesregierung konnte darauf keine zufriedenstellende Antwort geben: „Sowas beantworte ich nicht, da bekomme ich einen dicken Hals!“

Protestaktionen der Windrad-Gegner ließen nicht lange auf sich warten: Als Plattform der Unmutsbekundung von über 70 Bürgern, zum größten Teil aus Sitzenberg-Reidling, diente die Leopoldifeier in der Eichberger Kellergasse in der Nachbargemeinde Traismauer. Auch Umweltgemeinderätin Ricarda Öllerer war unter den Demonstranten. „Der Protest wurde von Privatpersonen organisiert, nicht von der Gemeinde. Ich nehme als Privatperson teil“, betonte sie.

Die Demonstranten wehren sich gegen die geplante Errichtung von fünf Windrädern. Eines davon soll am Seelackenberg an der Gemeindegrenze errichtet werden, weshalb sie eine Verschandelung des Naherholungsgebietes befürchten.