Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Thomas Peischl

Arbeitszeit notieren kann sich lohnen. / Interessensvertretung nahm Gastgewerbe ins Visier. Im Bezirk sollte eine Küchenhilfe Schwarzzahlung akzeptieren. TULLN / 

Rechtsschutzexperte Karl Heigel, Bezirksstellenleiter Günter Kraft und Vizepräsident Michael Fiala präsentierten die AK-Beratungsbilanz.  |  NOEN, Peischl

In der Bezirksstelle der Arbeiterkammer zog man Bilanz über die Beratungstätigkeit 2015 (siehe Infobox). Vizepräsident Michael Fiala betonte: „Unser oberstes Ziel lautet seit jeher: Geleistete Arbeit muss auch gerecht entlohnt werden.“ Der Schwerpunkt im abgelaufenen Jahr lag auf dem Gastgewerbe, „unserem Sorgenkind“, so Fiala. Dabei handle es sich häufig um Irrtümer (beispielsweise aufgrund von Gesetzänderungen), nicht jedoch bei einem Beispielfall aus dem Bezirk Tulln:

Eine Dienstnehmerin arbeitete 40 Wochenstunden als Küchenhilfe. „Nach einigen Monaten zeigte sich bei der Lohnabrechnung, dass der Lohn nur für 20 Wochenstunden abgerechnet wurde und die Barzahlungen darin nicht aufschienen. Dem Ehemann der Dienstnehmerin erklärte der Dienstgeber, er könne sich keine volle Entlohnung mit allen Abgaben leisten und müsse daher den Rest schwarz auszahlen“, berichtet Bezirksstellenleiter Günter Kraft. Das wollte die Dienstnehmerin nicht akzeptieren; sie kündigte nach 5 Monaten das Dienstverhältnis. Da auch nach Intervention durch die AK Tulln die offenen Forderungen aus dem Dienstverhältnis in der Höhe von rund 3.000 Euro vom Arbeitgeber nicht ausbezahlt wurden, brachte das Rechtsschutzbüro der AK Niederösterreich eine Klage beim Arbeits- und Sozialgericht in St. Pölten ein.

Glücklicherweise hatte die Dienstnehmerin selbstständig Arbeitszeitaufzeichnungen geführt, das kann vor Gericht den Ausschlag geben. Fiala und Kraft appellieren an alle Arbeitnehmer, stets derartige Aufzeichnungen zu führen: „Und sei es nur handschriftlich.“

AK-Bilanz - Arbeits- und Sozialrecht

  • 1.508 persönliche Beratungen

  • 1.676 telefonische und schriftliche Beratungen

  • 130 Interventionen beim Arbeitgeber

  • 50 Mal kostenloser Rechtsschutz

Für Dienstnehmer eingebracht:

  • außergerichtlich 181.830

  • gerichtlich 124.202

  • Insolventvertretung 1.133.523

  • Gesamt 1.439.555

 

Peischl