Erstellt am 09. Februar 2018, 05:20

von Gabi Gröbl

Notfall blieb ungehört: Glocke bei Rettung läutet nicht. Während des Balls überraschte eine allergische Reaktion den Sohn einer Familie aus Kogl. Bei der Rot-Kreuz-Ortsstelle Neulengbach wurde das Anläuten nicht gehört.

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Eigentlich wollte Familie Ecker aus Kogl den Ball in Asperhofen genießen. Der Abend wurde durch eine allergische Reaktion des Sohnes unterbrochen. Um rasch Hilfe zu bekommen fuhr die Familie zur Rot-Kreuz-Bezirksstelle Neulengbach. Dort befinden sich zwei Türglocken, eine für die Dienstelle selbst, eine weitere ist der Notfallknopf.

Unterlassene Hilfeleistung auf der Dienststelle?

Da im Haus Licht war, läuteten die Hilfesuchenden um 23 Uhr an der Glocke der Dienststelle, doch niemand kam zur Tür. Nach nochmaligem Läuten kam ein Mitarbeiter in Dienstkleidung zur Tür, öffnete diese allerdings nicht. Besorgt musste Familie Ecker feststellen, dass sich niemand um sie kümmerte. Die besorgte Mutter: „Der Mitarbeiter muss uns ja auch durch die Milchglastür gesehen haben. Er ist einfach wieder gegangen. Das ist in meinen Augen unterlassene Hilfeleistung.“

Den Notfallknopf wollte der Sohn nicht betätigen. Auch die Telefonnummer eines diensthabenden Arztes war angeschrieben, der Anruf wurde auf ein Tonband weitergeleitet. Der ärztliche Bereitschaftsdienst beschränkte sich, laut Auskunft der Rot-Kreuz-Bezirksstelle, auf die Zeit von 7 bis 19 Uhr.

Nachgefragt bei der Rot-Kreuz-Bezirksstelle antwortete Bezirksstellenleiter Stellvertreter Daniel Rauchecker: „Es tut uns wahnsinnig leid, dass das passiert ist, das Läuten wurde nicht mutwillig überhört.“ Er erklärt, dass die besagte Glocke für den täglichen Dienstbetrieb vorgesehen ist und über die Telefonanlage gesteuert wird. Daher ist das Läuten in den Schlafräumen und der Garage nicht zu hören. Rauchecker weiter: „Die Mitarbeiter sind um diese Zeit von einem Einsatz zurückgekommen. Auf dem Weg von der Garage in die oberen Räume müssen sie an der Tür vorbei, sie konnten das Läuten nicht hören. Ich rate allen, immer den Notfallknopf zu drücken, die Zentrale verständigt die nächstgelegenen Mitarbeiter.“

Dem Sohn der Familie Ecker geht es nach der allergischen Reaktion und der stillen Glocke wieder gut.