Erstellt am 06. März 2016, 11:57

Atemschutz: Spatenstich für neue Großwerkstätte. Er ist bei Brand- und Chemieeinsätzen für 20.000 freiwillige Feuerwehrleute in NÖ die einzige Lebensversicherung - der Atemschutz.

 |  NOEN, Matthias Fischer/NÖLFK
Jeder einzelne Geräteträger muss sich darauf verlassen können, dass der am Rücken getragene Pressluftatmer zu jeder Tages- und Nachtzeit selbst unter höchster Belastung funktioniert. Um diese Sicherheit zu gewährleisten und die Kosten für die Feuerwehren zu senken, hat über Initiative von NÖ Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner das Land Niederösterreich nun einen Zubau für die im Vorjahr eröffnete zentrale Atemschutzwerkstätte (ZAW) am Gelände der Landes-Feuerwehrschule in Tulln beschlossen. Kostenpunkt: 850.000 Euro. Am Freitag war Spatenstich.

Service ohne Gewinnabsicht

Bereits seit Jänner 2015 bietet der NÖ Landesfeuerwehrverband (NÖLFV) mit der neuen ZAW ein ganz besonderes Service. Eines, das ausschließlich den Feuerwehren zugute kommt - weil auch ohne Gewinnabsicht für den NÖLFV. Vor dem Jänner 2015 mussten sich die Feuerwehren beispielsweise beim Ankauf von Atemschutzgeräten selbst Anbote einholen und diese technisch und preislich bewerten. Damit ist es jetzt vorbei. Denn die Pressluftatmer können ab sofort bei der ZAW des NÖ Landesfeuerwehrverbandes geordert werden. Zu günstigeren Preisen und mit der Gewissheit, das beste Gerät am Rücken zu tragen. Somit ist ein einheitlicher Qualitäts- und Sicherheitsstandard garantiert.
 
Über mehr Effizienz und geringere Kosten dürfen sich die Feuerwehren auch bei der teuren Grundüberholung (großes Service) ihrer Pressluftatmer freuen. Auch die wird bereits in Tulln angeboten und soll nach Eröffnung des Zubaus allen Feuerwehren des Landes angeboten werden. Derzeit werden etwa die Hälfte aller Feuerwehren von der ZAW in Tulln betreut. Landesweit stehen insgesamt 9500 Pressluftatmer für gefährliche Einsätze bereit. Nach dem Vollausbau der ZAW können jährlich etwa 900 Atemschutzgeräte in Tulln auf ihre Sicherheit überprüft werden.

Neues Zeitalter für NÖ Feuerwehren

Mit dem Spatenstich für den 400 Quadratmeter großen Ausbau der zentralen Atemschutzwerkstätte schreiten die NÖ Feuerwehren in ein neues Zeitalter. Das freut vor allem Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. „Uns ist wichtig, dass die Feuerwehren die besten Geräte, Ersatzteile und auch optimale Betreuung zu günstigen Preisen bekommen. Beim Atemschutzeinsatz begibt sich jeder Geräteträger in große Gefahr. Deshalb genießt gerade dieser Bereich absolute Priorität. Unser Ziel war, dass wir bei Technik und Service für unsere Feuerwehren die besten Rahmenbedingungen schaffen. Das ist uns mit der ZAW gelungen.“
 
Einen deutlichen Sprung nach vorne bei Qualität und Sicherheit ortet auch Feuerwehrlandesrat Dr. Stephan Pernkopf, der dieses Projekt massiv unterstützt hat: „Die 850.000 Euro Baukosten für die Erweiterung der zentralen Atemschutzwerkstätte in Tulln sind eine hervorragende Investition in die Sicherheit. Wenn sich Menschen bei der Feuerwehr schon freiwillig für andere in große Gefahr begeben, dann sollen sie dies wenigstens unter besten Voraussetzungen tun können. Deshalb war mir diese Projekt auch ein besonderes Herzensanliegen.“