Erstellt am 03. März 2016, 12:52

von Claudia Stöcklöcker

Attacke mit dem Geißfuß. Im Streit sah ein 47-jähriger Bauarbeiter rot, mit einem Geißfuß schlug er auf einen Arbeitskollegen ein. Richter verhängte acht Monate unbedingte Haftstrafe.

 |  NOEN, APA (dpa)

"Deppert, dass ich den Geißfuß in der Hand gehabt hab" sagte ein 47-Jähriger aus dem Bezirk. Mit dem messerähnlichen Werkzeug attackierte der Bauarbeiter aus dem Bezirk einen Arbeitskollegen, verletzte ihn dabei schwer.

Der Angeklagte hatte Glück. „Wegen so eines Sachverhaltes sind Leute schon wegen versuchten Mordes vorm Geschworenensenat gestanden. Sind Sie sich der Tragweite Ihres Handelns eigentlich bewusst?“, wetterte der Richter ob der Aktion.

"Nichts Böses im Sinn gehabt"

Böses habe der 47-Jährige nicht im Sinn gehabt, sagte er. „Er hat blöd geredet, den Mund nicht gehalten, ich habe eine Reflexbewegung gemacht“, erklärte der Bauarbeiter im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Gelten ließ das der Richter nicht. „Ein Augenzwinkern ist eine Reflexbewegung. Sie haben mit dem Geißfuß kopfüber ausgeholt und zugeschlagen. Das ist keine unwillkürliche Handlung.“

Von lebensbedrohlicher Situation erzählte das Opfer. „Im Auto hatten wir Streit wegen einer Wurstsemmel. Er ist handgreiflich geworden. Ich lass’ mich aber nicht abwatschen, hab’ ihm auch eine gefetzt.“

Schluss war damit nicht. Beim Abladen des Werkzeuges vom Fahrzeug im Wienerwald rastete der 47-Jährige völlig aus. „Er hat mich wieder beschimpft und mir einen Rempler gegeben. Mit dem Geißfuß hat er sich dann vor mich gestellt. Ich hab’ ihn weggestoßen, weil ich ja nicht gewusst hab’, was er vorhat. Dann hat er den spitzen Teil des Werkzeuges in meine Richtung gedreht und zugeschlagen. Ich habe meine Hände schützend über den Kopf gehalten. Getroffen hat er mich an einer Hand. Wenn ich nicht abgewehrt hätte, stünde ich heute wohl nicht mehr da“, so der Verletzte.

„Dem Angeklagten sind die Sicherungen vollkommen durchgebrannt.“ Richter im Prozess am Landesgericht St. Pölten

Ein Zeuge berichtete: „Wenn er die Hände nicht hochgehalten hätte, hätte er ihm den Schädel eingeschlagen.“ Der Richter verhängte über den 47-Jährigen wegen absichtlich schwerer Körperverletzung 24 Monate teilbedingt. Acht Monate davon muss er ins Gefängnis. „Das war eine klare Entgleisung aus Wut, dem Angeklagten sind die Sicherungen vollkommen durchgebrannt“, begründete der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.