Erstellt am 21. April 2017, 05:20

Mädchen ratschen mit. Bis jetzt durften in Atzenbrugg nur die Burschen den Brauch ausüben. In diesem Jahr konnten erstmals auch die Mädl mitmachen. In Ebersdorf übernahmen das Erwachsene.

Josef Doppler, Johann Gleiß, Ratschermeisterin Alina Seidl, Georg Bschorr und Peter Demmer haben heuer in Ebersdorf die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis zur Auferstehungsfeier vertreten.  |  NOEN, Hasenhindl

Vergangenes Jahr war die Stimmung in der Marktgemeinde teilweise angespannt. Im Ort Atzenbrugg war es bis dato Brauchtum, dass nur Burschen zu den Osterfeiertagen ratschen gehen. Heuer ist alles anders. Die Wogen wurden geglättet und ab nun dürfen auch die Mädchen diesen Osterbrauch ausüben. „Der Ratschermeister ist sehr nett und kümmert sich um die Mädls“, erzählt eine Mutter. Zum Brauchtum gehört es, dass die Ratscherkinder beim Ratschermeister übernachten. In Atzenbrugg wird es nun so gehandhabt, dass die Mädchen und Burschen sich erst zum Frühstück treffen.

Wenn man zu den Osterfeiertagen entlang des Perschlingtals durch Ebersdorf fuhr, dann bekam man ein ungewöhnliches Bild. In diesem Ort der Gemeinde gibt es aktuell zu wenige Kinder, die ratschen gehen können, weil sie noch zu jung sind.

Damit Ratschermeisterin Alina Seidl sich nicht alleine plagen musste, wurde sie von drei netten Herren des Ortes dabei tatkräftig unterstützt. „Geübt haben wir nicht oft“, erzählte Georg Bschorr, „wir helfen Alina, aber absammeln kann s‘ dann alleine gehen.“