Erstellt am 20. November 2015, 05:28

von Patrizia Golda

"Auf die Leute zugehen". Bei Podiumsveranstaltung wurden Initiativen "STAW hilft"und "Das Dorf hilft"vorgestellt. Mehr Zustimmung sei nur möglich, wenn man die Leute kennenlerne.

Redeten über Flüchtlinge und Integration: Alfred Stachelberger, Maximilian Titz, Nadja Lehner, Anna Gruber Diakité, Inge Simetzberger und Renate Edelbauer-Daimler.  |  NOEN, Marktgemeinde St. Andrä-Wördern

Die zweite Veranstaltung des „Zusammen Reden“-Projekts der Caritas in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde lockte zahlreiche Besucher in den Mainstreetsaal. Am Podium standen neben Bürgermeister Maximilian Titz und Alfred Stachelberger auch Anna Gruber-Diakité vom Verein Grenzenlos sowie die Leiterinnen der Flüchtlingsinitiativen Renate Edelabauer-Daimler und Inge Simetzberger der Bevölkerung Rede und Antwort.

Mit zahlreichen Mythen aufgeräumt

Nadja Lehner von der Caritas führte durch den Abend und brachte die Themen „Einbindung der Flüchtlinge“, Rechte und Pflichten von Flüchtlingen“ sowie die Rollen der Gemeinde, Vereine und Institutionen aufs Parkett. Bürgermeister Maximilian Titz erklärte, dass das Flüchtlingsprojekt mit dem Gasthof Brauner Bär gescheitert sei, aber bereits viele Flüchtlinge bei Privatpersonen unterkommen konnten. Anna Gruber-Diakité räumte mit zahlreichen Mythen, betreffend der Rechte und Pflichten von Asylanten auf und erzählte vom Zusammenleben im ÖJAB-Heim, das „sehr gut“ funktioniere und „äußerst bereichernd“ sei. Inge Simetzberger stellte die Initiative „STAW hilft“ vor, die gelebte Integration schaffen möchte.

Auch Renate Gruber-Daimler und ihre Initiative „Das Dorf hilft“ setzen sich mit Sachspenden für Flüchtlinge, auch außerhalb unserer Grenzen, ein. Alfred Stachelberger konnte dahingehend erreichen, dass am Altstoffsammelplatz ab sofort eine Box nur für Spendenware reserviert ist. Das gemeinsame Ziel sei aber „die sehr weite Schere zwischen Zustimmung und Ablehnung in der Bevölkerung“ zu verringern, wie Maximilian Titz erklärte. Dies funktioniere nur, wenn man auf die Leute zugeht und sie kennenlernt, wie Gruber-Diakité, predigte.

Dem Wunsch von Edelbauer-Daimler nach einem Begegnungsraum, ähnlich dem Flüchtlingscafé in Tulln, wird sich die Gemeinde annehmen. Stachelberger hätte mit der Alten Volksschule Greifenstein schon ein passendes Objekt gefunden: „Die steht schließlich eh immer leer!“