Tulln

Erstellt am 08. August 2016, 12:58

von Claudia Stöcklöcker

Mit gefälschtem Schein unterwegs. 43-Jähriger wurde bei Verkehrskontrolle erwischt. Angeklagter hatte bei Gericht große Erinnerungslücken.

Den Führerschein habe er in Ungarn gemacht, behauptete der Angeklagte bei einem Prozess in St. Pölten.  |  Shutterstock, Bartosz Zakrzewski

Mit einem gefälschten ungarischen Führerschein wies sich ein 43-Jähriger bei einer Verkehrskontrolle in Tulln aus. Wegen Fälschung besonders geschützter Urkunden sitzt der gebürtige Afrikaner nun vor einer Richterin.

„Die Sicherheitsmerkmale fehlten bei dem Führerschein. Über das Polizeikooperationszentrum haben wir dann erfahren, dass der Angeklagte nicht im Führerscheinregister aufscheint und die Führerscheinnummer auf eine andere Person lautet“, erzählt ein Polizist im Prozess. Den Schein war der 43-Jährige somit los.

Von Fälschung will er im Prozess nichts wissen. „In Ungarn habe ich den Führerschein 2013 bei einer Fahrschule gemacht, dafür 600 Euro bezahlt und ihn dann bei einer Polizeistation in Budapest abgeholt“, erzählt der 43-Jährige. Ob er in Ungarn Fahrstunden nehmen musste? Er verneint. „Ich bin in Afrika ja schon mit dem Auto gefahren“, erklärt er.

Ansonsten mangelt es massiv an Erinnerung. Die Adressen von Fahrschule und Polizeistation weiß er nicht. „Alle Unterlagen sind bei meiner Ex- Freundin in Ungarn“, sagt er und weiß nicht, wo diese wohnt und wie sie heißt.

Die Richterin glaubt dem Angeklagten kein Wort. Sie verhängt über den bislang Unbescholtenen fünf Monate bedingt, nicht rechtskräftig. „Völlig lebensfremd, was der Angeklagte da erzählt, alles nur eine Schutzbehauptung, ein Märchen“, begründet sie das Urteil.