Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:27

von Günter Rapp

Baugenehmigung ist fix. Entscheidung der Baubehörde rechtlich abgesichert, aber überparteiliche Bürgerinitiative aus SPÖ, Bürgerliste und FPÖ fordert weiter eine Volksbefragung.

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Bereits im Jahr 2012 gab es im Gemeinderat Informationen und eine Debatte über das Thema ‚Stupa‘“, sagt Grafenwörths Bürgermeister Alfred Riedl. Es sei deshalb unrichtig, dass die Öffentlichkeit über das geplante Bauvorhaben nicht unterrichtet wurde. Ein Bauansuchen des Stupa Institutes der Österreichischen Buddhistischen Religionsgemeinschaft als Bauwerber für die Errichtung einer Stupa in Feuersbrunn, in unmittelbarer Nähe der Katastralen Wagram und Engabrunn, wurde am 7. August dieses Jahres bei Bürgermeister Riedl als der zuständigen Baubehörde eingebracht.

Auch die Anrainer wurden vom Projekt in Kenntnis gesetzt. Außer einem Grundstücknachbarn, der einen Vertreter ins Bauamt schickte, holte niemand weitere Informationen ein. „Die scheinbar große Aufregung ist absolut unbegründet“, ärgert sich Riedl.

„Damit die Entscheidung korrekt und in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung auch richtig entschieden werden kann, habe ich vor der Verhandlung der Baubehörde die gutachterlichen Stellungnahmen durch die Raumordnungs- und Bauordnungsabteilung eingeholt und auch die Erzdiözese und Probst Maximilian Fürnsinn als Vorsitzenden der Äbtekonferenz befragt“, so Alfred Riedl.

Kuppelhöhe mit 16 Meter festgelegt

Was die Größe der Stupa am Wagram betrifft, die im Buddhismus die Funktion eines Andachtsraumes – vergleichbar einer christlichen Kapelle – erfüllt, beruhigt Bürgermeister Riedl. Die Kuppelhöhe sei mit 16 Meter festgelegt, wobei sich darauf ein nochmals ebenso hoher „Spitz“ befindet. Die Zufahrt soll nach genehmigtem Betriebskonzept ausschließlich über die Verbindungsstraße Engabrunn-Grafenegg erfolgen.

Bürgerbefragung notwendig?

Trotz vorliegender Baubewilligung halten die SPÖ Grafenwörth, die Liste „Bürger für Bürger“ und die FPÖ an einer Bürgerbefragung fest. „Wir haben dutzende E-Mails und Anrufe von verärgerten Bürgern erhalten, dass dieser Stupa tatsächlich bei uns an der Wagramkante im Grünland umgesetzt werden soll. Dieses Gebetszentrums würde die einzigartige Natur und Kulturlandschaft des Wagrams zerstören“, so der geschäftsführende Gemeinderat der SPÖ, Günter Neubauer.

FPÖ-Bezirksobmann Andreas Bors kritisiert die Informationspolitik von Bürgermeister Alfred Riedl. „Ein Projekt dieser Größenordnung, muss mit der gesamten Bevölkerung diskutiert werden.“

Verstärktes Verkehrsaufkommen in den Ortschaften befürchtet BfB-Gemeinderat Günter Hochauer. „Wir starten diese überparteiliche Bürgerinitiative und wollen eine Volksbefragung möglich machen“, so Neubauer, Bors und Hochauer.